180 Gäste, unter ihnen der 2. Beigeordnete des Landrates Jörg Höllmüller sowie die Landtagsabgeordneten Henn"> 14. Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Roßwein

14. Neujahrsempfang des Bürgermeisters in Roßwein

18.01.2018 um 15:26 Uhr

180 Gäste, unter ihnen der 2. Beigeordnete des Landrates Jörg Höllmüller sowie die Landtagsabgeordneten Henning Homann (SPD) und Sven Liebhauser (CDU), waren am 12. Januar der Einladung von Bürgermeister Veit Lindner zum traditionellen Neujahrsempfang gefolgt.

Sie alle, gleich ob sie aus Industrie und Handwerk, den Vereinen und Gruppen, der Kirche oder den Parteien kamen, haben mit ihrer Arbeit das Leben in Roßwein mitgeprägt und das Antlitz der Stadt mit ihren Projekten und ihrer Tatkraft verschönert, betonte der Bürgermeister.

In seiner Ansprache erinnerte er an die Entwicklungen im vergangenen Jahr, die das Gesicht der Stadt verändert haben. Dazu gehört der Ausbau der Staatsstraßen 34/39, die nach fünf Jahren endlich abgeschlossen werden konnten.  „Nun werden die Autofahrer beim Befahren der Straße nicht mehr durchgeschüttelt“, sagte das Stadtoberhaupt. Zugleich kritisierte er die mangelhafte Zusammenarbeit des Landesamtes für Straßenbau und Umwelt mit den Bürgern. Deren Mitarbeiter haben erst nach dem Einschalten der hiesigen Landtagsabgeordneten und der Presse auf die berechtigten Hinweise und Kritiken der Einwohner, vor allem des Behindertenbeirates der Stadt, reagiert. Lindner kündigte an, dass es an den Fußwegen in nächster Zeit Veränderungen entsprechend der Anregungen der Roßweiner geben werde. Für die Stadt neu war auch die Installation der Ampelanlage, an die sich die Roßweiner erst noch gewöhnen mussten. Zugleich haben einige Grundstückseigentümer entlang der Straße die Fassaden ihre Häuser neu gestaltet, wofür er sich bedankte. Er informierte, dass auch das Café Möbius im Sommer einen neuen Farbanstrich erhalten werde. Zu den abgeschlossenen Investitionen gehört auch die Sanierung der Brücken zwischen Wohngebiet „Wanne“ und „Grüne Aue“ und im Zweiniger Grund, um nur einige Resultate zu nennen, die mithilfe des Hochwasserschadensprogramms 2013 realisiert werden konnten. Nimmt man die Investitionen des Abwasserzweckverbandes und des Förderprogramms „Brücken in die Zukunft“ sowie „Vitale Dorfkerne“ für Gleisberg hinzu, wurden 2017 rund 1,7 Millionen Euro eingesetzt. Im vergangenen Jahr, so Lindner weiter, wurde das ehemalige Mahle-Werk in der Goldbornstraße von der österreichischen Frauenthal-Gruppe übernommen. Hier sollen nicht nur die Arbeitsplätze gesichert, sondern auch weitere Investitionen vorgenommen werden.

Besonders aufmerksam vernahmen die Gäste die Ankündigung, dass im Spätfrühling des Jahres der erste Arzt in der „Alten Post“ seine Arbeit aufnehmen werde. Mit dem Umzug des Rettungsdienstes in dieses Gebäude werde sich die medizinische Betreuung der Bürger ebenfalls verbessern. „Das ist eine sinnvolle Ergänzung für dieses stadtbildprägende Gebäude“, so Lindner. Auch für die ehemaligen Wohnheime der Ingenieurschule gebe es eine sinnvolle Nachnutzung. Dort werde der neue Eigentümer altersgerechtes Wohnen ermöglichen.

Der Bürgermeister dankte den Vereinen und Gruppen der Stadt und Kirche für ihre engagierte Arbeit. Dabei nannte er die Sportvereine von Roßwein und Niederstriegis, die über ihre Mitglieder hinaus für alle Einwohner jährliche Sportfeste organisierten, und das seit Jahrzehnten, was ein Alleinstellungsmerkmal für den Landkreis sei. Er lobte die Heimatvereine Niederstriegis und Roßwein, die seit 20 Jahren mit ihrer engagierten Arbeit zur Bereicherung des Lebens in der Kommune beitragen. Das bürgerschaftliche Engagement nannte Veit Lindner vorbildlich, welches anlässlich der Knochenmarkspendenaktion für die Roßweinerin Sindy Krahl im vergangenen Jahr zum Ausdruck kam: 500 Bürger ließen sich für die Knochenmarkspende registrieren, rund 14.500 Euro an Spenden sind für diesen Zweck eingegangen. Die Unternehmer der Stadt, die Handwerker und Gewerbetreibenden haben mit ihrer Tätigkeit nicht nur Arbeitsplätz erhalten und geschaffen sondern auch vielfältig die Vereine der Stadt unterstützt, so das Stadtoberhaupt. Diesen Weg gelte es auch in diesem Jahr fortzuführen, schließlich stehen mit der Ertüchtigung des Rückhaltedamms in Otzdorf, den Neubau des Funktionsgebäudes im Stadion an der Haßlauer Straße sowie den Investitionen an der Roßwein Grundschule, dem Bau des Spielplatzes in Otzdorf und anderen Projekten auch 2018 zahlreiche Vorhaben zur Verbesserung des Lebens in Roßwein und seinen Ortsteilen auf dem Programm.

 

Nach den Ausführungen des Bürgermeisters ergriffen Walter Stuber und Dirk Eckart, die Geschäftsführer der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH, das Wort zu ihrem Impulsvortrag. Sie stellten ihr Praxishandbuch „Mutmacher“, vor. Darin beschreiben sie anhand ihrer Erfahrungen in Roßwein, wie man ein Unternehmen auf Erfolgskurs bringt und Rückschläge überwindet. „Gehen Sie bei der Beurteilung von Menschen, von Bewerbern für Ihr Unternehmen, nicht vom ersten, äußeren Eindruck des Menschen aus, sondern schauen Sie ihm ins Herz, interessieren Sie sich auch für sein privates Umfeld“, sagte Eckart. „Da in den nächsten Jahren tausende Unternehmer einen Nachfolger suchen, haben wir in dem Buch unsere Erfahrungen dargelegt, wie man einen Betrieb auf Erfolgsspur bringt und hält“, sagte Walter Stuber. Es sei gelungen, das Werk auf der Buchmesse mit einem eigenen Stand zu präsentieren.

Der Bürgermeister zeichnete Wilfried Adolf, der seit 66 Jahren dem Sport die Treue hält und als Präsident des Roßweiner Sportvereins eine engagierte Arbeit leistet, sowie stellvertretend für die Kantorei Roßwein deren „Chefin“ Susanne Röder mit der Roßweiner Ehrenplakette aus.

Bei zwanglosen Gesprächen bot sich zum Abschluss des Abends Gelegenheit für die Gäste, ihre Erfahrungen und Anregungen zur Verbesserung des städtischen Lebens auszutauschen. Einhellige Meinung der Anwesenden: Es war ein niveauvoller, anregender Abend.

 

Daran hatten besonderen Anteil der Chor und die Instrumentalgruppe der Roßweiner Oberschule unter Leitung von Gerd Mundus sowie die Schüler der Lernförderschule „Albert Schweitzer“, die für die Bewirtung sowie das Feinkostgeschäft Manuela Renner und Bäckermeister Jens Schmidt für das Buffet verantwortlich waren.

 

Ehrungen für vielfältiges Engagement


Wer hat es wohl mehr verdient ausgezeichnet zu werden,  als ein Mann, der in wenigen Wochen 75 Jahre alt wird und 66 davon dem Sport gewidmet hat? Das  trifft auf Wilfried Adolph zu, der zum Neujahrsempfang die Ehrenplakette der Stadt Roßwein verliehen bekam. In seiner Laudatio  hob Peter Krause, stellvertretender Bürgermeister und Vizepräsident des Roßweiner Sportvereins (RSV), das Engagement des Geehrten hervor. Bereits mit 8 Jahren war er im Schwimmen aktiv und hält dem RSV seitdem die Treue. Zunächst als aktiver Sportler im Handball und Tischtennis, dann in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen darunter seit 25 Jahren im Vorstand und seit 2003 als Präsident des Sportvereins.

Peter Krause berichtete davon wie sehr Adolph stets für den Verein kämpfte, vor allem nach der Wende als Präsident. Er sei stolz auf die Roßweiner Sportstätten und setze sich  dafür ein, dass ihre Werterhaltung nicht nur durch das Ehrenamt gesichert werden könne. Hier sei die Politik gefragt. Es gebe zahlreiche Hartz-IV-Empfänger, die etwas tun möchten auf diesem Gebiet. Die bürokratischen Hürden seien aber zu hoch. So lässt sie die Politik lieber zu Hause sitzen, als ihnen die Möglichkeit zum Anpacken bei der Pflege und Erhaltung der Sportstätten zu geben.

Dass trotzdem Einiges geschaffen  wurde, sei vor allem den zahlreichen Sponsoren zu danken, lobte Wilfried Adolph. Er dankte den Mitglieder des Vorstandes, den Abteilungs- und Übungsleitern, Trainern und natürlich auch den aktiven Sportlern, die ihn bei seiner Arbeit stets unterstützt hätten  Für das verantwortungsvolle Amt des Präsidenten werde er im Frühjahr aus Altersgründen nicht mehr antreten, dem Sportverein aber weiterhin die Treue halten.

Ein ganz anderes, aber nicht weniger wichtiges Engagement leisten die Mitglieder der Kantorei Roßwein, deren Tradition bis ins Jahr 1567 zurückreicht. Damit, so Pfarrer Dr. Heiko Jadatz, gehört der Kirchenchor zu den ältesten in Sachsen und feierte kürzlich mit der Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach sein 450. Jubiläum. Ihm sei bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren gleich das lebendige musikalische Leben der Kirchgemeinde aufgefallen. Es werde von rund 70 Musiker und Sänger geprägt, die sich regelmäßig zu Proben und Auftritten treffen. „Sie öffneten mit ihrer Musik die Herzen der Gottesdienst- und Konzertbesucher“, betonte Jadatz. Dass diese Tradition entstehen, erhalten und fortgeführt werden könne, sei solchen Kantoren früherer Jahre wie Martin Kleve, Georg Helbig, Richard Böswetter und  Jens Petzl sowie gegenwärtig Susanne Röder zu verdanken.  Sie begeistere mit ihrer herzlichen Art jüngere wie auch ältere Chormitglieder und Musiker gleichermaßen, lobte der Pfarrer. Die Kantorei stehe allen offen, die gern singen und Menschen mit Musik erfreuen möchten, so Jadatz. Stellvertretend für alle ehrenamtlichen Kirchenmusiker Roßweins  nahm Susanne Röder die Ehrenplakette der Stadt entgegen.

Einige Kantoreimitglieder bedankten sich musikalisch für die Auszeichnung, die nach Recherche des Pfarrers die erste in der langen Geschichte des Kirchenchores ist.

(Text: Reinhard Kästner)
(Fotos: Torsten Stein)