Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren Liebe Landwirtschaftsinteressierte,

04.12.2018 um 14:11 Uhr

Anfang November gab es im ZDF einen unschönen Beitrag.

Zu sehen war, wie Tiere mit Schlägen und Tritten der Schlachtung zugeführt wurden. Sehr traurig, wenn die Berichterstattung wahr ist. Es muss mit jedem Lebewesen respektvoll umgegangen werden. Gehalten werden die Tiere in den unterschiedlichsten Haltungsformen. Dabei muss immer beachtet werden, dass sich die Tiere wohlfühlen, nicht unter Stress und Angst leiden und stets genügend Futter und Wasser haben. Die Tiere werden gehalten, um irgendwann Lebensmittel für uns zu sein. Auch dieser letzte Schritt muss für die Tiere schmerz- und stressfrei sein. ... aber politisch und wirtschaftlich so gewollt. Alle kleinen Schlachthöfe wurden "platt" gemacht. Es geht schon damit los, dass die Tiere Stunden im Viehtransporter unterwegs sein müssen, um auf den Schlachthof zu kommen.

Vegetarier zu werden, ist da mit Sicherheit nicht die Lösung. Da müsste das ganze Volk mitmachen. Wollen wir das? Es gibt mit Sicherheit andere Ansätze! Einer davon:

Lebensmittel sollten wesentlich teurer werden, damit alle Aspekte der Tierhaltung bei der Bezahlung berücksichtigt werden können. (einschließlich die Überwachung der Schlachtung).

Jeder von uns sollte in sich gehen und mal überlegen wie viele Lebensmittel, auch Wurst und Fleisch, er /sie wegwirft. Diese Tiere sind "für die Tonne" gehalten und geschlachtet worden. Wir sollten uns auch überlegen, dass unsere Lieblingshaustiere, wie Hund und Katzen, ihr Futter aus unserer landwirtschaftlichen Produktion erhalten. Also wenn schon Vegetarier oder Veganer, dann konsequent ohne Haustiere. Die Fleischproduktion von ca. 2 Bundesländern wird zu Hunde- bzw. Katzenfutter verarbeitet. Also mein Fazit. Ich werde weiterhin Fleisch essen – allerdings nicht täglich. Ich kaufe regionale Produkte, weiß wie die Tiere gehalten wurden. Die Schlachtungsbedingungen kann ich leider in den meisten Fällen auch nicht beurteilen, vertraue aber darauf, dass der Fleischer meiner Wahl verantwortungsvoll mit dieser Tatsache umgeht.

Ich bin für Kontrollen der Schlachtung, die auf jeden Fall von geschultem Personal durchgeführt werden müssen. (Da haben wir die nächste Herausforderung: Wer will den Beruf erlernen????)

Übrigens ist es normal, dass auch ein fachgerecht getötetes Tier zappelt, auch wenn es ordnungsgemäß betäubt war. Muskelreflexe nehme ich an. Hier gehen wir wieder Mal von Film und Fernsehen aus, es wird uns suggeriert, dass jedes getötete Individuum sofort bewegungslos am Boden liegen bleibt, dem ist nicht so.

Sicher nicht das angenehmste Thema um diese Zeit, aber es bewegt.

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Iris Claassen
Geschäftsführerin Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz e.V. 

 

Ich wünsche ihnen eine sehr schöne Adventszeit, ein gemütliches Weihnachtsfest ohne Stress und kommen Sie gesund ins neue Jahr!