mit Arbeiten von Ralf Schneider, am 28. Juni 2019 – 19.00 Uhr in der Rathausgalerie Roßwein, Markt 4, Rathaus 1. Etage.

Schon seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn begeistert sich der Geringswalder Grafiker Ralf Schneider leidenschaftlich für die Kunst der Linie und den besonderen Charme der reduzierten Ausdrucksmittel, welche der Grafik eigen sind. Dabei ist es besonders die Radierung mit ihren verschiedenen Techniken, die er für die Umsetzung seiner filigranen, detailreichen Arbeiten verwendet und in seiner 2009 eingerichteten Druckwerkstatt herstellt.

Schon als Kind wurde ihm bei Wanderungen mit seinem Großvater, der als Gärtner ein besonderes Auge für die kleinen und großen Wunder am Wegesrand hatte, die Liebe zur Natur vermittelt. Es sind deshalb vor allem diese Motive mit ihrer unermesslichen Fülle an Formen, Oberflächen und Strukturen, die zum Gegenstand seiner künstlerischen Arbeit werden. Dabei wird das scheinbar Belanglose für den aufmerksamen Betrachter zu einem phantastischen visuellen Erlebnis.

Das künstlerische Rüstzeug konnte sich Ralf Schneider in den Zeichenstunden des Geringswalder Grafikers Eberhart Heinicker aneignen. Auch dort wurde besonderer Wert auf genaues Beobachten und umfangreiches Naturstudium gelegt. Und nicht zuletzt die Begeisterung für die grafischen Techniken beim exakten Arbeiten mit Tusche und Bleistift sowie den ersten Versuchen der Druckgrafik wurde dort geweckt.

Ralf Schneider bezeichnet seine Arbeiten gern als „Verweilbilder“, weil sich seine Bilder nicht im Vorbeigehen erschließen, sondern zur intensiven Betrachtung einladen. Den Arbeiten von Ralf Schneider sollten Sie sich also ruhig und behutsam nähern, um die Reize des Dargestellten zu entdecken. Tut man das, wird man die Wirklichkeit selbst mit anderen Augen sehen, eben mit den Augen des Künstlers. Seine Arbeiten appellieren an sinnliche und emotionale Wertvorstellungen, für die in der modernen Welt nur noch wenig Platz zu sein scheint.

 

Zur Person

Ralf Schneider ist Jahrgang 1963 und wohnhaft in Geringswalde. Er ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

An der FH für Verkehrstechnik in Dresden hat er Brückenbau studiert und arbeitet in diesem Beruf als Angestellter in einem Ingenieurbüro. Das gibt ihm die Freiheit, seiner Passion ohne Rücksicht auf Modetendenzen und kommerziellen Zwängen nachgehen zu können. Er selbst sagt, dass er es als Glück empfindet, nur seinem eigenen Anspruch verpflichtet zu sein.

Die künstlerische Beschäftigung begleitet Ralf Schneider seit seiner Kindheit, aber besonders die plötzliche Verfügbarkeit an neuen Materialien und Werkzeugen nach 1990 haben zu einem künstlerischen Schub geführt. Es war die Zeit des Experimentierens und Erkundens im Rausch der neuen Möglichkeiten. In einer ersten Personalausstellung konnte Ralf Schneider 2008 seine Arbeiten auf der Burg Kriebstein zeigen. In dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit mit dem Kunstkreis Kriebstein und dem Grafiker Ekkehart Stark. Ein weiterer entscheidender Wendepunkt war dann die erste Beschäftigung mit der grafischen Technik der Radierung in Vorbereitung einer Ausstellung im centro monte onore Ehrenberg. Diese Tiefdrucktechnik hat Ralf Schneider so fasziniert, dass er 2009 eine eigene Druckwerkstatt mit Tiefdruckpresse eingerichtet hat. Seitdem beschäftigt er sich nahezu ausschließlich mit der Radierung und in letzter Zeit speziell mit großformatigen Arbeiten in der Aquatintatechnik. Dazu hat er 2018 eine größere Druckpresse erworben.

 

Fotos: Einladung zur Ausstellungseröffnung 4-5

 

Einen Querschnitt der Arbeiten aus den letzten zehn Jahren können sie in der Ausstellung sehen. Lassen Sie sich faszinieren und vielleicht verweilen Sie in Zukunft gelegentlich auch an einem schönen oder interessantem Stück Natur und sehen es mit dem Auge eines Künstlers.