Eine Kooperationsveranstaltung der Stadtverwaltung Roßwein, des Treibhaus e.V. Döbeln und der Kirchgemeinde Roßwein-Niederstriegis.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten im gesamten Deutschen Reich unzählige Synagogen, jüdische Geschäfte und Friedhöfe wurden zerstört, Versammlungsräume, Wohnungen und Gebetsräume geplündert. Die Pogromnacht war ein weiterer Höhepunkt beispielloser Verfolgung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden. Nach dem Ende der NS-Diktatur war auch in Roßwein das jüdische Leben gänzlich vernichtet oder vertrieben worden. Heute gibt es nur noch wenige Spuren, die Aufschluss über die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt geben.

 

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung möchten wir diese Spuren wieder sichtbar machen. Am 9.11.2020 wird es 18.00 Uhr eine Mahnwache an den Stolpersteinen der Familie Bibring in der Goldbornstraße 22 geben. Dabei wird die Familienbiografie vorgetragen, die Stolpersteine gereinigt, Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt. Auch wird der Posaunenchor der Stadt Roßwein zwei Musikstücke spielen. Mit Hilfe einer Projektion wird den Teilnehmenden das ehemalige Wohnhaus der Familie sowie ein Klassenfoto, auf dem Natalie Bibring zu sehen ist, gezeigt.

Im Nachgang findet ab ca. 18.45 Uhr eine Veranstaltung in der Winterkirche statt, zu der wir alle interessierten Bürger*innen der Stadt herzlich eingeladen. Nach einer Andacht des Pfarrers wird es einen thematischen Input von Heike Liebsch von HATIKVA e.V. geben. Sie wird einen Vortrag über das Judentum halten und den Teilnehmenden für Fragen zur Verfügung stehen. Ziel ist es, Wissen über das Judentum zu vermitteln. Die Veranstaltung wird mit kulturellen Elementen ergänzt. So wird die Musikgruppe „Quadro Freylach“ aus Leipzig an diesem Abend Klezmer-Musik spielen.

Während der Veranstaltung werden die aktuell geltenden Corona-Schutzverordnungen eingehalten.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stadtverwaltung Roßwein, der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Roßwein und dem Treibhaus e.V. statt und wird gefördert im Rahmen des Aktionsplan „Toleranz ist ein Kinderspiel“ des Landkreises Mittelsachsen.