Roßweiner Unternehmen wünschen sich Busanbindung
„Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß“ – sicher kennt (fast) jeder diesen Schlager von Frank Schöbel. Nun, ganz so weit ist es nicht vom Roßweiner Marktplatz ins Gewerbegebiet „Goldene Höhe“. Aber stellen Sie sich einmal vor, diesen Weg täglich laufen zu müssen, bei Wind und Wetter – so ergeht es zumindest Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und bei Roßweiner Unternehmen beschäftigt sind, die ihren Sitz im Gewerbegebiet am Rande der Stadt haben.
Dirk Eckart, Geschäftsführer der Gemeinhardt Service GmbH hat dazu einige Erlebnisse seiner Mitarbeiter zu berichten, gerade von Auszubildenden, die noch ohne Führerschein oder eigenes Fahrzeug sind. „Wenn Azubis drei Jahre ihrer Lehrzeit jeden Tag diesen Marsch auf sich nehmen müssen und das gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag, dann grenzt das schnell an Zumutung“, sagt Eckart. Zwar behelfe man sich mit einem betriebsinternen Fahrservice, aber oft müssen auch Geschäftskunden direkt vom Bahnhof in Döbeln abgeholt werden, einfach weil keine vernünftige Anbindung besteht. Es kam zudem vor, dass potentielle Bewerber ohne eigenes Fahrzeug abgelehnt werden mussten, was laut Dirk Eckart besonders bitter ist. Sebastian Thümmler, Leiter Qualitätssicherung bei der Astemo Europe GmbH schließt sich dem an und ergänzt, dass Erhebungen im Unternehmen gezeigt hätten, dass sich ein nicht unerheblicher Teil der Belegschaft eine stabile Busanbindung wünscht.
Ein Ansinnen, das auch die anderen Unternehmen des Gewerbegebietes teilen und nicht nur diese, sondern auch Firmen mit Sitz im Stadtgebiet.
Der Unternehmerstammtisch Mittelsachsen nahm sich nun dieser Idee gesondert an und da bereits für den Gewerbestandort vom Rewe Zentrallager Nossen eine gute Lösung gefunden werden konnte, so will man dies nun auch für die Roßweiner Unternehmen erreichen. Auf Einladung der Stammtischorganisatoren Maik Herbrig und Thomas Schneider (Rewe) kam man am 20. August bei der Gemeinhardt Service GmbH zusammen und erarbeitete erste Vorschläge für die Anbindung des Gewerbegebietes an das Busnetz. Maik Herbrig ergänzt „es muss Schluss damit sein, dass Mitarbeiter derartige Fußwege zurücklegen müssen. Das passt einfach nicht in die Zeit und zudem erhöht eine Anbindung die Attraktivität des Gewerbestandortes, erleichtert den Menschen den Weg zur Arbeit und kommt Azubis entgegen, die auf den ÖPNV angewiesen sind“. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels, so ergänzt der ebenfalls anwesende Bürgermeister Roßweins Hubert Paßehr, rückt die Fachkräftegewinnung immer stärker in den Fokus und Roßweiner Unternehmen könnten mit einer guten Anbindung ihre eigene Attraktivität steigern und ihren Mitarbeitern einen Mehrwert bieten.
Mit diesem ersten „Roßweiner“ Auftakt will man nun gemeinsam auf die derzeitige Situation aufmerksam machen und sich für die Anbindung des Standortes einsetzen.
Maik Herbrig

Im Foto von links Maik Herbrig (Unternehmerstammtisch), Dirk Eckart (Gemeinhardt Service GmbH), Janine Hommola (Neidhardt & Co. GmbH), Sebastian Thümmler (Astemo Europe GmbH).