Von Kunst, Chaos und der größten Galerie Deutschlands – mitten in Sachsen.
Selten hat man die Gelegenheit live dabei zu sein, wenn ein Kunstwerk entsteht. Durcheinander mit Pinseln und Farbeimern auf dem Boden, Leinwandrollen, ein angebissenes Brötchen. Kunst ist manchmal Chaos. Und die Rebel Art Galerie auf dem Brühl Boulevard in Chemnitz hat sich dem betreuten und geordneten Chaos verschrieben. Das Format „Zoo di animali domestici“, zu Deutsch: „Streichelzoo“, zeigt seit Anfang des Kulturhauptstadtjahres wechselnde Künstler bei der Arbeit. Warum fertige Bilder einen Abend lang mit wissendem Kennerblick abnicken, wenn man vormittags halb 11 mit dem Künstler diskutieren kann, warum er am liebsten auf dem Boden malt und nicht auf der Staffelei. Das Format zeigt den Prozess statt nur das Ergebnis. Interessierte sind ganz herzlich eingeladen zu beobachten, zu fragen und wie im Streichelzoo näher zu kommen.
Fernab des Beobachters präsentieren natürlich alle Künstler:innen ihre Werke zur feierlichen Vernissage jeden Monat. Zur kommenden am 17.09. ab 19 Uhr mit dem Urban-Art-Künstler und Gründer Guido Günther laden wir hiermit gern ein. Guido Günther hat nicht nur mit der Gründung der Rebel Art Kreativagentur für Fassadengestaltung in Chemnitz und weit darüber hinaus den Ton angegeben, er hat mit seinem jüngsten Projekt, dem UmspannWerk Etzdorf, kurz: UWE, ein Mekka für Urban Art erschaffen. 12.000 qm Kunst und Kreativität mitten im Striegistal. Jedes Jahr verewigen sich Künstler:innen aus aller Welt Stück für Stück auf der von ihm geretteten Industriebrache und beleben ein Stück Geschichte mit ihren Werken. Wer die IBUG mag, wird Etzdorf lieben. Denn Etzdorf bleibt und wächst. Es ist ein Denkmal im eigentlichen und nun auch im künstlerischen Sinne.
Herzliche Einladung also, den Mann hinter all diesen Projekten am 17.9. zu treffen und seine Werke in der Rebel Art Galerie auf dem Brühl zu sehen. Doch vorher wird es zum Tag des offenen Denkmals am 14.09. die Möglichkeit geben, die größte Artist-in-Residence-Galerie und Werkstatt Deutschlands zu besuchen. Ein so großes Gelände wie das UWE in Etzdorf ist natürlich nicht 365 Tage im Jahr geöffnet und Kunstfreunde und auch solche, die nicht gern abends im Zwirn vor Bildern nicken, haben die Möglichkeit durch die unendlichen Gänge zu wandern und zu staunen.


(Fotos: Jan Thau und Michael von Van)



