11. Mahn- und Gedenkveranstaltung zu jüdischem Leben in Roßwein

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„Ein Dawar – eine emotionale Reise durch die Geschichte“

Am 9. November 2025 lädt die Kooperation Stolpersteine zum 11. Mal zu einer Mahn- und Erinnerungsveranstaltung zum jüdischen Leben in Roßwein ein. Wie auch in den vergangenen Jahren wird es an diesem Abend zwei Veranstaltungsteile geben. Das Organisationsteam aus der Kirchgemeinde Roßwein, der Stadtverwaltung und des Döbelner Treibhaus e.V. laden die Roßweiner und Roßweinerinnen dazu ein, sich 18.00 Uhr in der Goldbornstraße 22 um die Stolpersteine der Familie Bibring zu versammeln und deren Leben in Roßwein zu gedenken. An diesem ehemaligen Wohnort der Familie werden die von der AG Geschichte des Treibhaus e.V. recherchierten Biografien der Familienmitglieder verlesen. Der Bürgermeister Hubert Paßehr wird den ersten Teil der Veranstaltung eröffnen und der Posaunenchor sorgt für den musikalischen Rahmen.
Im zweiten Veranstaltungsteil werden alle Interessierten in die Roßweiner Winterkirche eingeladen, wo die Ausstellung „Kinder im Holocaust“ gezeigt wird, welche von der AG Geschichte des Treibhaus e.V. Döbeln konzipiert und zur Verfügung gestellt wurde.
Olga Vasileva und Mikail Gantman gestalten ein besonderes Programm, in welchem sie künstlerisch verschiedene Facetten jüdischen Lebens und jüdischer Geschichte beleuchten. Welche Wiegenlieder gibt es in der jüdischen Kultur? Welche Feste werden gefeiert? Was macht gehört zum Alltag in einer jüdischen Schule? Ausgehend von solchen Fragen laden die Künstler dazu ein, Traditionen und Bräuche kennenzulernen und kulturelle Vielfalt erlebbar zu machen. Jüdisches Leben ist seit Jahrhunderten eng mit der deutschen Kultur verflochten und hat diese entscheidend mitgeprägt.
Das Programm haben die Künstler „Ein Dawar“ genannt, was so viel bedeutet, wie „kein Ding!“.
Genau wie in Deutsch, wird in Hebräisch ganz oft dieser Spruch benutzt als Antwort auf die Worte der Dankbarkeit („Danke!“ „Kein Ding!“). Aber dieser Spruch ist auch mit Rabbi Mendel aus Kotzk verbunden. Er hat geschrieben: „Kein Ding ist vollkommener als ein gebrochenes Herz, und kein Schrei ist lauter als die Stille.“
Im Anschluss an das Programm können die Gäste bei einer Kostprobe selbstgemachten Hummus‘, frischem Brot und Getränken gemeinsam ins Gespräch kommen und die Ausstellung besichtigen. Sie sind herzlich eingeladen, bei beiden Veranstaltungsteilen dabei zu sein.