Barrierefreies Hören für alle, dank Grafe-Stiftung und Förderung in der LEADER-Region Klosterbezirk Altzella!
Barrierefreiheit im Hörbereich bedeutet mehr als nur Technik. Es geht darum, Lebensqualität zu erhöhen, Teilhabe zu ermöglichen und Hindernisse im Alltag zu minimieren. Der mit der Anschaffung eines transportablen Lautsprechersystems beendete Prozess begann mit einer konkreten Idee von Friedrich Brixi, die gemeinsam mit dem Behindertenbeirat und der Unterstützung durch die Grafe-Stiftung entwickelt wurde. Ziel war es, eine Lösung zu finden, die für alle bessere Hörerlebnisse bei Kulturveranstaltungen im öffentlichen Raum ermöglicht – unabhängig von Hörschwächen, räumlichen Gegebenheiten oder gar technischen Vorkenntnissen.
Die Teilnehmer des Behindertenbeirats brachten praktische Erfahrungen aus Bedürfnissen und erlebten Barrieren ein: geringe Lautstärke, unklare Sprachverständlichkeit, schwierige Bedienung oder unzureichende Platzierung der Lautsprecher. Die Mängelliste war sehr umfangreich. Auch unsere Grafe-Stiftung nahm Anteil an der Idee, setzte Ressourcen frei und stellte Eigenmittel bereit, um Fördermittel für eine bedarfsgerechte Lösung zu organisieren.
Ziel war, ein System auszuwählen, das eine klare Sprachverständlichkeit, auch in halligen Räumen und bei Hintergrundgeräuschen, sicherstellt. Einfache Bedienung, Vielseitigkeit in den Einsatzmöglichkeiten (geeignet für unterschiedliche Räume – Konferenzsäle, Veranstaltungen), Skalierbarkeit von kleinen Versammlungen bis hin zu größeren Veranstaltungen und Nachhaltigkeit durch langlebige Hardware, energiesparende Technik, und Wartungsfreundlichkeit waren wichtige Rahmenbedingungen.
In Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat wurden verschiedene Systeme getestet. Auswerten konnten wir in regelmäßigen Zusammenkünften, in denen Betroffene zu Wort kamen und konkrete Anforderungen formulierten. Parallel wurde der Markt nach gängigen Lautsprechersystemen, deren Sprachfilterung, Richtwirkung, Lautstärkepegel und Bedienoberflächen untersucht. Nicht alle verfügbaren Systeme erfüllten dabei unsere Erwartungshaltung. So lieferten die Rückmeldungen bei Tests in Kulturveranstaltungen manchmal vernichtende Ergebnisse. Auch nicht hörgeschädigte Personen sollten von der Technik profitieren können, was sich als schwierig herausstellte. Schließlich hatten wir ein System gefunden, was der Aufgabenstellung entsprach. Das gesprochene Wort wurde deutlich verständlicher wiedergegeben. Alle Probanden, unabhängig von einer Hörbeeinträchtigung, empfanden den Einsatz dieser Technik als wesentliche Verbesserung des Verstehens. Schnell wurden wir uns einig: Ziel erreicht.
Jetzt galt es, eine Finanzierung sicherzustellen. Spendenanfragen des Behindertenbeirats scheiterten daran, dass die Initiativgruppe keine Spendenbescheinigung ausstellen kann. Die Grafe-Stiftung dagegen ist prädestiniert für derartige Anfragen. Zweck der Stiftung ist es unter anderem, soziale Belange der Roßweiner Bürger zu fördern. Und eine Förderung aus dem Regionalbudget 2025 der LEADER-Region Klosterbezirk Altzella konnte ebenfalls erfolgreich beantragt werden.

Inzwischen gehört dieses transportable Lautsprechersystem, das erstmals erfolgreich zur Festveranstaltung des diesjährigen Schul- und Heimatfestes getestet wurde, bei Veranstaltungen ganz selbstverständlich dazu. Nicht nur unsere Senioren sind dankbar und finden es gut. Manchmal ist eine wirksame Inklusion ganz einfach zu organisieren, wenn die Rahmenbedingungen passen und sich alle Beteiligten Mühe geben. Ein herzliches Dankeschön dem Vorstand der Roßweiner Grafe-Stiftung und der Förderung aus dem Regionalbudget 2025 der LEADER-Region Klosterbezirk Altzella.


