Obwohl der Sowjetische Ehrenfriedhof an der Etzdorfer Straße in Roßwein auf den ersten Blick nicht den schlechtesten Eindruck macht, treten auf den zweiten Blick doch größere Schäden an Gedenksteinen und Grabeinfassungen zutage, welche einer Sanierung bedürfen. Aufgefallen war dies schon im vergangenen Jahr dem Roßweiner Enrico Korth und dieser regte daraufhin an, dass der Ehrenfriedhof der sowjetischen Soldaten, in Vorbereitung des 75. Jahrestages der Befreiung von Faschismus, am 08. Mai 2020 durch Subbotnik-Einsätze der Bevölkerung wieder in einen würdigen Zustand versetzt wird.

Peter Krause, 2. stellvertretender Bürgermeister, nahm daraufhin Kontakt mit dem Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit bei der Botschaft der Russischen Föderation Berlin auf und Bürgermeister Veit Lindner sprach der Leiterin, Frau Olga Titkova, eine Einladung zum Besuch der Roßweiner Gedenkstätte aus. Der Einladung nach Roßwein folgte Frau Titkova am 22. Juli 2020 und erörterte mit Bürgermeister Veit Lindner, dem 2. stellvertretenden Bürgermeister Peter Krause und dem Stadtrat Daniel Müller sowie der Leiterin des Baubetriebshofes Monika Weigel das weitere Prozedere möglicher Restaurierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen. In diesem Rahmen bedankte sich Frau Olga Titkova im Namen der Russichen Botschaft auch für die jahrelange sorgfältige Pflege der Gräber an der Etzdorfer Straße durch den Bauhof der Stadt.  Bei einem anschließenden Vorortbesuch der Grabstätte wurde dann das eigentliche Ausmaß notwendiger Restaurierungsmaßnahmen sichtbar. So sind mehrere Grabumrandungen brüchig oder drohen teilweise auseinanderzufallen. Das Denkmal selbst weist Risse und Fugen auf, welche einer Sanierung bedürfen. Einige der Grabsteine wären wieder auszurichten, zu reinigen, und der Namenszug müsste wieder kenntlich gemacht werden. Die Einfriedung, welche den Sowjetischen Ehrenfriedhof einzäunt, benötigt mindestens einen neuen Farbanstrich. Wie Frau Titkova hervorhob, tritt die Russische Botschaft bei allen notwendigen Restaurierungsarbeiten für die Beibehaltung des historischen Erscheinungsbildes des sowjetischen Ehrenfriedhofs ein. Somit gilt, dass alle Sanierungsarbeiten gut vorzubereiten und zu planen sind. Alle notwendigen Arbeiten werden nun im Vorfeld mit der Kriegsgräberfürsorge der Botschaft entsprechend abgestimmt und von dieser bestätigen zu lassen. Alle Verantwortlichen vor Ort waren sich darüber einig, dass zunächst ein Kostenvoranschlag für die mögliche Gesamtrestaurierung des Ehrenfriedhofes einzuholen ist und die Umsetzung in Abstimmung mit dem Denkmalschutz sowie dem Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit der Botschaft der Russischen Föderation erfolgen muss. Parallel dazu wird die Stadt Roßwein versuchen, mögliche Förderprogramme des Bundes für die Restaurierung in Anspruch nehmen zu können und will, bei Vorhandensein finanzieller Eigenmittel der Stadt, eine Sanierung der Gedenkstätte anschieben. Wie Bürgermeister Veit Lindner betonte, sei die Sanierung des Ehrenfriedhofes ein gutes Zeichen für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur in unserer Stadt. Der Ehrenfriedhof ist als Mahn- und Gedenkstätte ein Teil deutscher und damit auch Roßweiner Geschichte.