Als sich am Mittwoch, dem 16.09.2020 die Nachricht vom plötzlichen Tod des Allgemeinmediziners Clemens Otto in der Stadt verbreitete, da konnten die Roßweiner*innen es kaum glauben.

Der 48-Jährige Facharzt für Allgemeinmedizin verstarb am 15.09.2020 in Roßwein völlig unerwartet. Clemens Otto, ein Mann, der sich immer für seine Patienten einsetzte, dessen Heiterkeit ebenso bekannt war wie seine Ernsthaftigkeit, wenn es darum ging, das Beste für seine Patienten und damit letztlich auch für Roßwein zu erreichen.

Nach der Übernahme der Praxis und des Praxisteams von Allgemeinmediziner Klaus-Wolfram Schubert Auf dem Werder 2 im Jahr 2008, stellte sich der junge Arzt der Herausforderung und behandelte überdurchschnittlich viele Patienten zeitweise über 2000, um den Bedarf nach ärztlicher Versorgung in Roßwein mit abzudecken.

Im Laufe der Jahre wuchsen Clemens Otto und seine Patienten zusammen. Vertrauen, Ehrlichkeit, Empathie und ein guter Humor, das waren die Dinge, die man an ihm schätzte. Er war schnörkellos, unkapriziös und geradlinig im Umgang mit den Menschen. Gemeinsam mit den Kameraden der Roßweiner Feuerwehr baute er den Fahrdienst für die Notarzteinsätze aus und unterstützte das Projekt zusätzlich beim Kauf eines neuen Fahrzeuges auch durch eigene finanzielle Mittel. Clemens Otto war interessiert an der Entwicklung der Stadt Roßwein und unterstützte die Bemühungen der Stadt, um weitere Allgemeinärzte nach Roßwein zu holen.

Mit großer Energie verfolgte der junge Familienvater in den vergangenen Jahren seinen Wunsch nach einer Praxis, die seinen Vorstellungen entsprechend gestaltet ist. Dabei gelang es ihm und der Stadt Roßwein mit der Döbelner Krankenhausleitung dahingehend zu verhandeln, dass diese sich entschließt, das leerstehende und denkmalgeschützte Postgebäude auszubauen und an ihn zu vermieten. Auf diese Weise verbesserte der umtriebige Arzt nicht nur seine Arbeitsbedingungen, sondern erhielt der Stadt das alte Postgebäude.

Mit dem Einzug in die neuen Praxisräume 2019 war Clemens Otto da angekommen, wo er sich immer hin gewünscht hat. Unterstützt von seiner Frau, fünf Schwestern und Weiterbildungsassistent MUDr. Christoph Schneider leitete er zuletzt die Praxis in einer – auch für die Patient*innen spürbar – angenehmen Atmosphäre. Ihn und seine Mitarbeiter*innen verband mehr als ein reines Dienstverhältnis und auch davon profitierten die Roßweiner*innen.

Vor den Türen der Alten Post stehen nun Blumen und Kerzen zum Ausdruck der Trauer, die sein Tod in Roßwein ausgelöst hat. Die Stadt Roßwein ist erschüttert und betroffen, und daher wird im Rathaus ab Dienstag, dem 22. September bis 28. September, zu den regulären Öffnungszeiten, im Zimmer 15 ein Kondolenzbuch ausliegen, in welches sich die Menschen eintragen können, um Abschied zu nehmen. Danach wird das Kondolenzbuch seiner Familie überbracht.