Auch wenn sich viele Dinge nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie geändert haben und verschiedenste Veranstaltungen ausfallen mussten, der Roßweiner Ehrenamtstag war gesetzt. Natürlich musste für den 25. September 2020 auch ein Hygienekonzept ausgearbeitet und durch das Landratsamt bestätigt werden, aber es war damit möglich, 60 Roßweiner*innen, die sich auf verschiedenste Weise zugunsten der Stadt engagieren, stellvertretend für alle anderen ehrenamtlich Tätigen einzuladen.

Bereits in den vergangenen Jahren überraschte der Bürgermeister seine Gäste an diesen Abenden mit einem Kabarettprogramm.

In diesem Jahr gab sich Thomas Störel alias „Manni“ die Ehre und sorgte im Auftrag des Bürgermeisters für Heiterkeit. Wenn es schon nicht die gewohnten Plaudereien bei einem Gläschen geben konnte, dann sollte doch wenigstens die Stimmung im Saal gut sein. Und das gelang dem musikalischen Leipziger ganz hervorragend.

Im Anschluss an das Programm wendete sich Bürgermeister Veit Lindner seinen Gästen zu und betonte in seiner Rede mehrfach, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für Roßwein und damit für die Bürgerinnen und Bürger ist. Immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens kommen ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer kaum noch aus. Davor zog er im wörtlichen Sinne „seinen Hut“ und dankte all diesen Menschen Roßweins herzlich für alles, was sie im Rahmen ihres Ehrenamtes leisten.

Im Anschluss an seine Rede übernahm Veit Lindner auch die Aufgabe, die erste Laudatio an diesem Abend zu halten. In der Kategorie „Brauchtum“ erhielt der Bergbauverein „Segen Gottes Erbstolln e.V.“ den Roßweiner Ehrenamtspreis 2020. Bürgermeister Lindner hob in seinen Ausführungen hervor, dass dieser Verein seit 1980 aktive Denkmalpflege in der hiesigen Region betreibt und den Gersdorfer Bergbau als Teil des ehemaligen sächsichen Silbererzbergbaus für Interessierte zugänglich macht. Die Anstrengungen des Vereins waren letztlich auch ein Beitrag zur gelungenen Bewerbung der Montanregion Erzgebirge um die Aufnahme in die UNESCO Welterbe-Liste.

Albrecht Ziegler nahm in Vertretung für den Vereinsvorsitzenden Jens Schmidt den Preis entgegen und bedankte sich für die Anerkennung.

 

Die zweite Laudation an diesem Abend hielt Baubetriebshofleiterin Monika Weigel. In ihrer Rede brachte sie ihre Hochachtung gegenüber dem Roßweiner Aquarien- und Terrarienverein „Osiris“ e.V. zum Ausdruck. Mit einem Abriss über die Vereinsgeschichte und deren Hochs und Tiefs beleuchtete sie die Herausforderungen, denen sich dieser Verein in den vergangenen fast 40 Jahren stellen musste. Dass diese Anstrengungen aber letztlich dazu geführt haben, dass der Verein heute ein bemerkenswertes Vereinsdomizil in der Geschwister Scholl Oberschule vorzuweisen und in Zeiten von Mitgliederschwund und Überalterung eine optimale Vereinsbesetzung hat, das erwähnte Monika Weigel ebenso. Der Bürgermeister übergab im Anschluss den zweiten Ehrenamtspreis in der Kategorie „Brauchtum“ an die Vertreter des Aquarien- und Terrarienvereins „Osiris“ e.V. Gerald Voland, René Zaspel und Harald Fischer.

Die dritte Laudatorin an diesem Abend war Liane Patzelt, Mitarbeiterin des Roßweiner Stadtbades und Trainerikone beim Roßweiner Sportverein, Abteilung Schwimmen. Ihr war es eine Herzensangelegenheit, die Verdienste ihrer Vereinsfreundin Ute Krause für den Verein hervorzuheben. Sie berichtete von dem großen Engagement, dass Ute Krause als Abteilungsleiterin der Roßweiner Schwimmer zeigte, bis ihre Mutter erkrankte und beide Aufgaben nicht miteinander zu vereinbaren waren. Sie spricht auch von dem Einfühlungsvermögen, das Ute Krause an den Tag legt, wenn sie die Kleinsten, die gerade mal fünf Jahre alt sind, trainiert. Seit 1993 ist Ute Krause nun bei den Roßweiner Schwimmern und sie ist laut Liane Patzelt „mit ihrer fleißigen und unaufdringlichen Art“ unentbehrlich geworden. Veit Lindner übergab Ute Krause den Ehrenamtspreis 2020 in der Kategorie „Das Ehrenamt“.

Die vorletzte Auszeichnung ging an diesem Abend an Reinhard Senf. Zum zweiten Mal trat Bürgermeister Lindner an das Mikrophon und hielt eine Laudatio. Dieses Mal für einen Roßweiner, der sich in seinem Bemühen um seine Heimatstadt nicht auf ein Thema festlegen lässt. Veit Lindner zählte in seiner Rede auf, dass der über 80-jährige engagierte und streitbare Heimatfreund seit seiner Kindheit ein glühender Anhänger der Feuerwehr ist. Nicht zuletzt deshalb verfasste er in den vergangenen Jahren auch eine Schrift unter dem Titel „Hauptsache – Löschen“ und sammelt leidenschaftlich Feuerwehrutensilien aller Art. Er ist nicht nur Alterskamerad der Roßweiner Wehr, sondern auch Mitglied im Verein Feuerwehrhistorik Sachsen e.V.

Reinhard Senf interessiert sich darüber hinaus für weitere heimatgeschichtliche Themen. So führt er als Mitglied des Roßweiner Heimatvereines während der Kameliensaison die Besucher durch das Wolfstaler Kamelienhaus und informiert sie über die Geschichte der Roßweiner Kamelie. Außerdem war er bis zum Jahr 2020 als Wanderwegewart rund um die Stadt unterwegs und bemühte sich um die Erhaltung und Kennzeichnung der Wege. Einige Jahre führte er auch eine Wandergruppe, aus gesundheitlichen Gründen musste er dieses Hobby nun leider aufgeben. Aus den Händen des Bürgermeisters nahm Reinhard Senf den Ehrenamtspreis 2020 in der Kategorie „Meine Stadt“ entgegen.

Am Ende des Auszeichnungsreigens trat Ursula Hönicke ans Rednerpult. Ihr war es ein Anliegen, die Laudatio für Frau Iris Köhler aus Gleisberg zu halten. Frau Köhler engagiert sich als Vorsitzende der  Volkssolidarität Ortsgruppe Gleisberg. Obwohl ihr ihre familiäre Situation als Mutter eines schwerbehinderten Kindes viel Kraft abverlangt, widmet sie sich der Vereinsarbeit mit viel Liebe und Hingabe. Wenn die Corona-Regeln  es zulassen, organisiert sie monatliche Treffen, hält den Kontakt zu den einzelnen Mitgliedern und kümmert sich, unter Berücksichtigung der vorherrschenden Interessenlagen, um verschiedene Vorträge. Ursula Hönicke hob hervor, dass Frau Köhler auch die Kontakte zum Gleisberger Kindergarten pflegt und Menschen zu den Veranstaltungen einlädt, die nicht Mitglied der Volkssolidarität sind. Es freute die Laudatorin, dass die ehrenamtliche Arbeit von Frau Köhler an diesem Abend eine Würdigung erfährt und sie wünschte sich, dass sie weiter auf Frau Köhler zählen kann. Der Ehrenamtspreis 2020 in der Kategorie „Leben im Dorf“ muss zu einem späteren Zeitpunkt an Frau Köhler übergeben werden, da diese sich gerade auf einer lange geplanten und wohlverdienten Urlaubsreise befand.

 

Nach der Verleihung der Preise trugen sich die anwesenden Preisträger noch in die Roweiner Chronik ein. Bürgermeister Veit Lindner verabschiedete sich bei allen Gästen und schenkte ihnen eine kleine Knabberei und eine Flasche von dem „Roßweiner-Roten“, um damit über die fehlende Gastronomie hinwegzutrösten. Auch wenn das Corona-Virus die Rahmenbedingungen dominierte, so war es am Ende doch eine ansprechende und unterhaltsame Veranstaltung, bei der das ehrenamtliche Engagement aller Anwesenden und natürlich auch derer, die an diesem Abend nicht dabei waren, gewürdigt und geehrt wurde. Nun bleibt es zu hoffen, dass im nächsten Jahr die Umstände wie gewohnt sein werden.