Vor zwei Jahren ist mit dem Umbau der Alten Post in Roßwein zum Ärzte- und Gesundheitszentrum begonnen worden.

„Gefühlt sind es zehn“, sagte Projektleiterin Gaby Zemmrich vom gleichnamigen Waldheimer Immobilienservice am Freitagabend bei ihrer kleinen Eröffnungsansprache für die geladenen Gäste. Sie lacht dabei. Die Besucher, die in großer Zahl erschienen waren, durften sich im Haus und den bis dato drei eingezogenen Praxen umschauen und das Ergebnis der aufwändigen Sanierung begutachten.

Facetten des inneren Wandels

Das I-Tüpfelchen des Abends war die Ausstellung „Alte Post 2.0“ mit Fotografien von Steffi Robak und David Gröhner. Die beiden in Roßwein aufgewachsenen Freizeit-Fotografen sind vor Beginn der Umbauarbeiten mit der Kamera und ihrem jeweiligen Blick auf die Dinge bewaffnet durch den kaiserzeitlichen Funktionsbau gegangen und haben sowohl sein stillgelegtes Innenleben als auch Fassadendetails eingefangen. Das Ergebnis fand, umrahmt von Saxofonklängen, großen Anklang und rief Erinnerungen wach. Die Ausstellung verdeutlicht die Facetten des inneren Wandels des Gebäudes in dem sie zu sehen ist. Und zu sehen sein wird sie im nächsten Vierteljahr noch ein paarmal, versprach Steffi Robak. „Es wird Termine geben, jeweils Sonnabendsvormittag.“ Spätestens im Sommer zieht die Ausstellung dann aus und eine weitere Praxis in die aktuell noch leerstehenden Räume, die jetzt der Ausstellung zugute kamen.

Bis zum 50. Geburtstag soll alles fertig sein

Gaby Zemmrich hat ihr Lachen nicht verloren, auch, wenn sie in den zurückliegenden zwei Jahren sehr oft in Roßwein gewesen sei und „nicht nur Steine, sondern Felsbrocken bewegt werden mussten“, um jetzt da zu sein, wo man ist. „Und wir brauchen uns gar keine Illusionen machen“, meinte sie trocken in Richtung ihrer Handwerker. „Wir sind noch lange nicht am Ende.“ Aber: Im Mai feiere sie ihren 50. Geburtstag und „bis dahin soll diese Baustelle hier fertig gestellt sein“, gab sie ein sportliches Ziel kund. Neben ein paar letzten Malerarbeiten und Feinschliff im Treppenhaus des Hauptgebäudes, gilt es noch die ehemalige Paketannahme zu sanieren.

Wann es damit weitergeht, hängt vom Wetter ab. Die Fenster müssen komplett ausgetauscht, der Innenausbau vorangetrieben werden. Ideen für eine Nutzung gibt es auch schon, nachdem das Projekt Rettungsleitstelle gescheitert ist (DAZ berichtete). Erdgeschoss und Untergeschoss sollen als Lagerbereich genutzt werden, einen Interessenten gibt es bereits. Das Dachgeschoss soll als Wohnung ausgebaut werden – mit um die 100 barrierefreien Quadratmetern.

Fürs Nebengebäude lohnt nur der Abriss

Weil die Rettungsleitstelle in die frühere Paketannahme einziehen sollte, hatte die Grundstücksgesellschaft des Döbelner Arztes und Krankenhauschefs Ralf Lange auch das Haus erworben, welches auf der Döbelner Straße direkt an die Alte Post angrenzt. „Das mussten wir damals dazu kaufen, um unsere Pläne umsetzen zu können“, sagt Projektleiterin Gaby Zemmrich. Aus diesen Plänen ist nichts geworden, das angrenzende Haus aber habe man nun am Bein. Geplant war und ist ein einzelnes Projekt für das Lückengebäude, das sich in einem katastrophalen Zustand befindet. Einen Mieter hätte sie bereits für das Objekt, allein, momentan hängt es an der Sanierung. „Aus wirtschaftlichen Gründen lohnt sich kein Aufbau, sondern eigentlich nur noch der Abriss und dann ein Wiederaufbau“, sagt Gaby Zemmrich. Da sich das Haus allerdings zwischen zwei Gebäuden befindet und auch noch direkt im Kreuzungsbereich, dürfte das eine schwierige und sehr kostenintensive Angelegenheit werden. „Für uns ist das wirtschaftlich momentan nicht darstellbar“, sagt Gaby Zemmrich.

(Text u. Foto: DAZ, Manuela Engelmann-Bunk)