Bei einem Ausflug nach Bonn entdeckte Hildegard Beyer ausgediente Telefonzellen, welche zur Mini-Tauschbibliothek für Bücher umfunktioniert waren. Von da ab ließ Hildegard Beyer die Idee, solch eine Minitauschbibliothek auch in Roßwein zu etablieren, nicht mehr los.

Doch von der Idee bis zur Umsetzung des Projektes dauerte es eine Weile, wie die lesebegeisterte Seniorin berichtete. Während der Krokuspflanzaktion im letzten Jahr informierte die rüstige Roßweinerin den Bürgermeister Lindner über die geplante Bücherzelle und setzte sich anschließend mit ihrem Sohn Till Beyer in Verbindung, da sich der angedachte Standplatz der Telefonzelle auf seinem Privatgelände befindet.

Seit Dienstag, d. 30.04.2019, ist nun die 1. Minitauschbibliothek in der Stadt Roßwein eröffnet. Unmittelbar vor dem Reha-Zentrum in der Döbelner Straße findet man die Tauschbibliothek in der kleinen begrünten Sitzecke, welche mit Bänken und der leuchtenden gelben umfunktionierten Telefonzelle nun zum Schmökern einlädt.

Die Telefonzelle musste aus Michendorf bei Potsdam abgeholt werden, da sich dort das zentrale Lager ehemaliger Telefonzellen der Telekom befindet. Frau Hildegard Beyer ließ sie anschließend in dem gewünschten Gelbton streichen.

Ihr Sohn Jan Beyer, welcher als Tischlermeister in Dresden lebt, zimmerte passgenau die Regale für die Telefonzelle, so dass jetzt alle Tauschbücher einen ordentlichen Platz finden.

Seit Dienstag ist die Tauschzelle nun geöffnet und dies soll auch 364 Tage im Jahr so bleiben. Lediglich an Silvester will Hildegard Beyer ihre kleine Bibliothek abschließen, um zu verhindern, dass Böller hineingeworfen werden. Frau Beyer selbst hat natürlich die Bibliothek mit einer gewissen Menge an Büchern erstausgestattet und hofft nun, dass viele Besucher das Angebot nutzen und mit neuen Büchern dem Gedanken des Buchtausches Rechnung tragen.

Zum Eröffnungstag der Mini-Tauschbibliothek zeigte sich Hildegard Beyer sichtlich stolz über das Geschaffene, vor allem auch, weil ihre gesamte Familie sie bei dem Projekt unterstützte und somit ihr Grundanliegen nun umgesetzt werden konnte – einen Farbtupfer für Roßwein zu schaffen.

Das ist Hildegard Beyer trefflich gelungen und dafür bedankt sich die Stadt ganz herzlich bei ihr und der ganzen Familie für die Umsetzung dieser tollen Idee.