In Mittelsachsen steigen die Zahlen der Personen, die positiv auf Corona getestet wurden. Lagen sie in den vergangenen Wochen relativ konstant bei rund 260, wurden heute 275 Fälle seit März an das Gesundheitsministerium gemeldet.

Nach dieser Meldung gingen weitere acht positive Befunde beim Gesundheitsamt ein, die morgen statisch erfasst werden. Hintergrund für den Anstieg sind mehrere Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Regenbogen-Gymnasium in Augustusburg. Nach dem Bekanntwerden einer Infektion einer Lehrerin erfolgten in dieser Woche umfangreiche Tests, zunächst in drei Klassen – insgesamt 75 Schülerinnen und Schüler, davon wurden 21 Personen positiv getestet.

Eine Person wohnt nicht im Landkreis. Durch den Nachweis weiterer Infektionen entschied sich das Gesundheitsamt gestern für umfangreiche Untersuchungen. Heute testete das Deutsche Rote Kreuz 80 Personen, dabei handelte es sich um weitere Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte der Schule. Morgen erfolgen die Testungen der Angehörigen positiv getesteter Schülerinnen und Schüler. Im Zusammenhang mit Augustusburg sind somit 24 Personen positiv auf den Corona-Virus getestet worden.

Aktuell liegt aber der Schwerpunkt bei der Ermittlung und Testung der unmittelbaren Kontakte der Schülerinnen und Schüler. Weitere Ergebnisse sollen morgen vorliegen. „Wir sind wieder im Krisenmodus, zwölf Teams sind in die Kontaktermittlung eingebunden“, so Jordan weiter. Parallel werden Quarantänebescheide für die Betroffenen erlassen. Im Zusammenhang mit Augustusburg erstellte das Gesundheitsamt bisher 91 Bescheide, seit März insgesamt 1056. 935 Personen haben die Quarantäne wieder verlassen.

Die Schulschließung wird durch das Gesundheitsamt behördlich verfügt. Heute traf sich der Krisenstab unter Leitung von Landrat Matthias Damm, morgen ist ein weiteres Treffen geplant. Die Hotline des Landratsamtes ist sehr stark frequentiert. „Dabei handelt es sich um Eltern beziehungsweise Familienmitglieder von Schülern und Mitarbeitern im Umfeld der Schule“, heißt es von den Mitarbeitern der Hotline. Sie ist heute bis 18:00 Uhr sowie morgen von 09:00 bis 16:00 Uhr unter der Rufnummer 03731 799 6249 geschaltet.

„Wir sind mit den Kommunen in der Umgebung im Gespräch“, erklärt Landrat Matthias Damm. Er betont, dass bisher keine weitere Bildungseinrichtung betroffen ist. Entsprechende vorgenommene Tests bei Kontaktpersonen waren bisher im Landkreis negativ. Damm betont: „Unser Ziel ist es, mit den umfangreichen Untersuchungen die Ausbreitung mit allen Mitteln zu verhindern.“ Derzeit werden auf Grund der aktuellen Zahlen keine Allgemeinverfügungen in Verbindung mit dem Infektionsschutzgesetz erlassen. „Aber wir setzen uns damit fortlaufend auseinander.“