Am 3. Februar 2021 erfolgten nach erfolgreicher Prüfung der Wahl durch das Amtsgericht Döbeln die Vereidigung der Friedensrichterin der Stadt Roßwein Frau Anja Weber und des Protokollanten der Schiedsstelle Herrn Maik Herbrig durch die Richterin Frau Karin Fahlberg. Beide stellen sich in einem kurzen Interview den Roßweiner*innen vor. Wir wünschen ihnen einen guten Start in ihr neues Amt und wenig streitbare Bürger in der Stadt Roßwein und ihren Ortsteilen.

Damit ist die Roßweiner Schiedsstelle nun mit drei Personen besetzt: Frau Weber als Friedensrichterin, Herr Winkler als stellvertretender Friedensrichter und Herr Herbrig als Protokollant der Schiedsstelle.

Die Schiedsstelle ist zu erreichen über die Stadtverwaltung Roßwein, Tel. 034322/4660. Sprechzeiten sind immer am 1. offenen Samstag im Monat von 9-10 Uhr im Rathaus Roßwein, jedoch im Februar fällt die Sprechstunde aufgrund der aktuellen Coronalage aus.

 

Zur Person Anja Weber, Haßlau

Mein Name ist Anja Weber, 44 Jahre, wohnhaft in Haßlau, ledig – liiert, 2 Kinder. Nach dem Abitur erlernte ich den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten mit Weiterbildung zum Bürovorsteher und bin seither als Sachbearbeiterin in einer rein insolvenzrechtlich ausgerichteten Anwaltskanzlei tätig.

Ich bin bereits ehrenamtlich tätig.

Was hat Sie bewogen das Ehrenamt des Friedensrichters zu übernehmen?

Aufgrund meines Berufs habe ich das Amt des Friedensrichters schon länger mit Interesse verfolgt. Es ist mir ein Anliegen, etwaige, meist auch zwischenmenschliche Konflikte schnell und unbürokratisch zu lösen.

Haben Sie selbst schon einmal von der Vermittlung eines Friedensrichters profitiert?

Nein, meinerseits wurde die Schiedsstelle bisher nicht in Anspruch genommen.

Haben Sie sich mit einem Friedensrichter im Vorfeld in Verbindung gesetzt?

Ich konnte vor vielen Jahren einmal zufällig mit einem Friedensrichter in Leipzig sprechen. Selbiger vermittelte den Abwechslungsreichtum in der Tätigkeit, gab jedoch auch negative Erfahrungen weiter. Seither habe die Ausschreibungen des Amtes bewusster wahrgenommen und unter Berücksichtigung der familiären Umstände mich zur Bewerbung sodann entschlossen.

Wie bewerten Sie die Bedeutung eines Friedensrichters?

Ein Friedensrichter kann bereits im Vorfeld eine Vielzahl fraglicher Konflikte lösen. Das tägliche Leben bietet bereits an sich eine hinreichende Anzahl an Problemfeldern, so dass weitere Streitsituationen vermieden werden können. Die Wiederherstellung von Gesprächsbereitschaft und ein gegenseitiges Entgegenkommen sind unter anderem wichtige Aufgaben des Friedensrichters. Eine Rechtsberatung findet allerdings nicht statt.

Der Erfolg der Schiedsstelle entlastet gleichwohl die Gerichtsbarkeit.

Worin sehen Sie für sich persönlich die Herausforderungen und welche Ziele stecken Sie sich für die nächsten 5 Jahre?

Ich möchte den Menschen vermitteln, dass bereits bei kleinsten Anzeichen eines Konfliktes die Schiedsstelle ein Anlaufpunkt sein kann und die Möglichkeit der Schlichtung in Betracht gezogen werden sollte. So können spätere, unüberwindbare Streitsituationen vermieden werden.

Ein hierzu passendes Zitat von Friedrich Schiller kennt vermutlich nahezu jeder: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“

Das positive Miteinander und die Lösung von Konflikten im Rahmen meiner Möglichkeiten sowie in Zusammenarbeit mit Herrn Winkler und Herrn Herbrig zu fördern, stehen mithin an erster Stelle. Der Bürger soll das Gefühl haben, sich mit allen Beteiligten auf einer vertrauensvollen Ebene bewegen zu können.

 

Zur Person Maik Herbrig, Roßwein

Ich bin Maik Herbrig, gerade 42 geworden und lebe mit Frau und 6-jährigem Sohn seit 2013 in Roßwein. Beruflich bin ich als Personalberater im Bereich der beruflichen Rehabilitation tätig und helfe Menschen, nach Krankheit oder Unfall beruflich wieder Fuß zu fassen. Zudem habe ich als Teamleiter die Verantwortung für mehrere Standorte und Mitarbeiter*innen in Mitteldeutschland, bin also viel unterwegs. Ehrenamtlich engagiere ich mich bereits seit vielen Jahren im Bereich der Kommunalpolitik sowie dem Dampfmaschinenverein hier in Roßwein.

Was hat Sie bewogen das Ehrenamt des Friedensrichters zu übernehmen?

Mir ist es ein wichtiges Anliegen, sich ehrenamtlich und gesellschaftlich einzubringen. Daher hat mich die Ausschreibung für das Amt des Friedensrichters sofort angesprochen. Dabei ging es mir weniger um das Amt als solches, als um die Mitwirkung im Schiedsgericht. Daher habe ich mich sehr gefreut, als Protokollant künftig meinen Beitrag leisten zu dürfen.

Haben Sie selbst schon einmal von der Vermittlung eines Friedensrichters profitiert?

Nein, bislang kam ich noch nicht in eine derartige Situation, die eines Friedensrichters bedurft hätte. Aber jetzt weiß ich, da ist man in guten Händen J

Haben Sie sich mit einem Friedensrichter im Vorfeld in Verbindung gesetzt?

Ich habe mir im Vorfeld sowie im Zuge des Bewerbungsverfahrens viele Informationen über das Amt angelesen und jede verfügbare Quelle genutzt, mich mit den Aufgaben und Besonderheiten vertraut zu machen.

Wie bewerten Sie die Bedeutung eines Friedensrichters?

Ich glaube, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung wenig mit dem Titel Friedensrichter anzufangen weiß bzw. sich damit auseinandersetzt, so wie ich anfänglich. Wo nichts zu klagen ist, wird dieser ja auch nicht benötigt. Insofern finde ich es wichtig, über das Amt und seine eigentliche Funktion aufzuklären, künftig noch mehr Menschen für entsprechende Ämter/Positionen zu interessieren und ggf. zu gewinnen. Ich selbst halte das Amt für äußerst wichtig, da es die Chance bietet, Streitigkeiten außergerichtlich zu klären, dadurch die Gerichte zu entlasten und auch für ein besseres Miteinander und Kommunikationsverhalten der Bürger*innen untereinander zu sorgen. Nicht jeder Streit muss vor Gericht landen. Reden hilft meist schon weiter. Dafür ist der Friedensrichter die erste Adresse.

Worin sehen Sie für sich persönlich die Herausforderungen und welche Ziele stecken Sie sich für die nächsten 5 Jahre?

Die Herausforderungen sehe ich in den auf uns zukommenden, sicherlich sehr unterschiedlich gelagerten Fallkonstellationen, die immer wieder neue Sichtweisen notwendig machen sowie die Fähigkeit herausfordern, sich in Problematiken hineinversetzen zu können. Mein Ziel ist, mit den Aufgaben zu wachsen, sich schnell mit den Abläufen vertraut zu machen und Menschen mit Rat und Tat zu unterstützen.