Die neuen Roßweiner Wanderwegewarte Kerstin und Jens Pigorsch tüftelten bei einem Treffen gemeinsam mit Bürgermeister Veit Lindner neue Wanderwegestationen im Stadtgebiet aus. Dabei wurde die Idee geboren, dass doch der höchste Punkt innerhalb der Gemeindegrenzen ein lohnendes Ziel sein könnte, zumal es wohl zahlreiche Roßweiner*innen gibt, die noch nie die Wetterhöhe 318 besucht haben.

Familie Pigorsch wanderte unmittelbar nach dem Gespräch zur Wetterhöhe 318, einem trigonometrischen Punkt im Ortsteil Wetterwitz. „Ein trigonometrischer Punkt (TP) oder Triangulationspunkt ist ein Beobachtungspunkt der Landesvermessung bzw. eines größeren Dreiecksnetzes. Er bildet mit seinen Koordinaten und seiner Vermarkung (Stabilisierung im Gelände) eine wesentliche Grundlage für Geodäsie und Kartografie. Die mit der Ausführung der Triangulation beschäftigten Vermessungsingenieure wurden früher als „Trigonometer“ bezeichnet.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Trigonometrischer_Punkt, verfügbar am 19.04.2021)

Begeistert von dem Vorhaben, eine „Gipfel-Tour“ zu schaffen, überlegten Kerstin und Jens Pigorsch, was alles zu einer ordentlichen „Gipfel-Tour“ gehört und wen sie bei der Umsetzung um Unterstützung bitten könnten. Dabei war ihnen natürlich wohl bewusst, dass die Wetterhöhe mit ihren 318 Metern im Vergleich zu bekannten Wandergebirgen, in denen sie beide sonst wandern, eher wenig zu bieten hat. Allerdings ist der Fernblick bei gutem Wetter nicht zu unterschätzen. Immerhin können bei guten Wetterbedingungen Ausblicke bis weit ins Erzgebirge zum Keil- und zum Fichtelberg möglich sein. Und wendet man seinen Blick in Richtung der Lausitz, dann wurden auch schon die Landskrone und die Kraftwerksanlage in Boxberg gesichtet. In Anerkennung dieser Tatsache und dass „dieser Punkt nun mal der höchste in unserer Heimat ist“ fassten sie, ausgestattet mit einer Portion Humor, den Beschluss, dass ein ordentliches Gipfelkreuz und ein Gipfelbuch an dieser Stelle alle Wanderlustigen erwarten soll.

 

 

Für das Gipfelkreuz nutzte Jens Pigorsch zwei alte Bahnschwellen aus Eichenholz der stillgelegten Bahnstrecke Roßwein-Hainichen und stellte damit einen besonderen Bezug zwischen zwei verschiedenen Orten innerhalb der Stadt her. Das Kreuz ist in seinen Ausmaßen ca. 1,80 m breit und 2,60 m hoch. Sein Gewicht wird auf knapp 150 kg geschätzt. Bei solchen Größenordnungen brauchte es einiges an Muskelkraft und so erhielten die Wanderwegewarte von ihrem Sohn Clemens und dessen Freundin Johanna, von André Burkhardt von der Bauschlosserei Toni Mergl und von Hubert Paßehr (stellv. Bürgermeister) Unterstützung.

 

 

(Bilder: Torsten Stein)

Die Gipfelbuchkassette wurde in der Bauschlosserei Toni Mergl nach einem traditionellen Verfahren gefertigt. Die Kassette besteht aus massivem Stahlblech und ihr Korrosionsschutz ergibt sich daraus, dass die Kassette nach ihrer Fertigstellung eingeölt und anschließend im Schmiedefeuer so erhitzt wurde, dass sich das Öl in das Metall einbrannte.

Eine aussagekräftige Dokumentation zur Umsetzung dieses Projektes erstellte Torsten Stein von der Antennengemeinschaft Roßwein.

Natürlich haben Jens Pigorsch und seine Frau nun auch ein Gipfelbuch in die Kassette gelegt, in das man sich eintragen kann. Der Weg zur Wetterhöhe 318 wurde mit Schildern der Firma Schilderwerk Kleine gekennzeichnet. Die beiden Wanderwegewarte empfehlen, für diese Wanderung vom Parkplatz an der Silberwäsche in Richtung Gleisberg zu starten. Alle weiteren Infos zur Tour gibt es auf OUTDOORACTIVE.com

Gipfelkreuz QR-Code

Streckenübersicht:

Für die Zukunft ist geplant, weitere Info-Tafeln entlang der Wanderwege aufzustellen, und auf dem Gipfel sollen noch Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Kerstin und Jens Pigorsch sagen an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Bürgermeister Veit Lindner für die Möglichkeit, so ein Projekt umsetzen zu können; Frau Weigel vom Stadtbauhof Roßwein für die Unterstützung in allen Belangen; Herrn André Burkhardt von der Bauschlosserei Toni Mergl für die Fertigung der Halterung des Gipfelkreuzes u. der Kassette; die Firma Schilderwerk Kleine für die Fertigung der Wegweiser und Herrn Torsten Stein für die digitale Dokumentation.