Neujahrsempfang des Bürgermeisters am Freitag, dem 13. Januar 2017

19.01.2017 um 14:38 Uhr

Wie in den Jahren zuvor auch, lud Bürgermeister Veit Lindner wieder verdienstvolle Bürger aus den unterschiedlichsten Bereichen zum traditionellen Neujahrsempfang ein.

Den musikalischen Auftakt des Abends gestaltete mit zeitgemäßen Titeln, wie „Still“,„New Soul“ und „Lieblingsmensch“, der Schulchor der Oberschule Roßwein unter der Leitung von Gerd Mundus. 

Zu Beginn seiner Rede scherzte Veit Lindner über das besondere Datum der Veranstaltung, schließlich kann man an einem Freitag, dem 13. ja nie so recht wissen, ob und was passiert. Dass er und die beiden stellvertretenden Bürgermeister Peter Krause und Hubert Paßehr die geladenen Gäste mit einem Handschlag begrüßten, war keine Pflichtübung. "Bekanntermaßen gilt ein Handschlag von alters her als sichtbarer Beweis für Vertrauen, Besieglung der Eintracht, der Freundschaft oder des Einvernehmens. Dies wiederum ist uns in den zurückliegenden Jahren ganz hervorragend gelungen.“, so Veit Lindner.

Unter den offiziellen Gästen des Abends befanden sich u.a. Frau Dr. Simone Raatz (MdB); Herr Henning Hohmann (MdL); Herr Sven Liebhauser (MdL); der 1. Beigeordnete des Landratsamtes Mittelsachsen, Herr Dr. Lothar Beier sowie der Roßweiner Pfarrer, Herr Dr. Heiko Jadatz  und die Ortsvorsteher, Herr Bernd Handschack und Herr Heinz Martin.

Seinen Jahresrückblick begann der Bürgermeister mit der Einweihung der Zweifeldhalle unmittelbar gegenüber der frischsanierten Oberschule. Er betonte, welch große Freude es nicht nur für die Bevölkerung bedeutet, auf derartige Einrichtungen zurückgreifen zu können, sondern wie froh es ihn auch persönlich macht, dass die Errichtung eines solchen Bauwerkes während seiner Amtszeit als Bürgermeister realisiert wurde.

In seinen Ausführungen zu Bautätigkeiten in und um Roßwein nahm Veit Lindner Bezug auf die zufriedenstellende Beräumungsmaßnahme in der Mulde und die notwendigen Ufersicherungen sowie auf den Erwerb des Hotes „Rheinischer Hof“ und dessen Sicherungsarbeiten, die gleichzeitig auch eine Aufwertung der Marktansicht bedeuten. Die Stadt hofft nun, einen Investor für dieses Gebäude zu finden, der dem Haus wieder Leben einhaucht. Durch den Rückbau der Industriehallen im Bereich Gerbergasse erfuhr auch diese Wohnlage eine Verbesserung.

Bevor sich Bürgermeister Lindner zu den aktuellen Straßenbaumaßnahmen im Stadtzentrum äußerte, führte er sämtliche Baumaßnahmen des AZV sowie eine Vielzahl von erfolgten Straßenbaumaßnahmen und Brückensanierungen in den Ortsteilen an.

Hinsichtlich der Staatsstraßensanierung S 34/S 39 in der Roßweiner Innenstadt sprach er der Chemnitzer Verkehrsbaugesellschaft seinen Dank für die bisherigen guten Arbeitsergebnisse aus. Gleichzeitig kritisierte Veit Lindner die aus seiner Sicht desaströse Planungsarbeit der Medienträger (Gas, Strom, Telekommunikation), die immer wieder für Bauverzögerungen sorgten und damit, sowohl der Baufirma als auch den Roßweinerinnen und Roßweinern, einiges zumuteten.

Für die in Roßwein durchgeführten Baumaßnahmen konnten im vergangenen Jahr mehrere Fördertöpfe angezapft werden. Dafür dankte er der anwesenden Bundespolitikerin, Frau Dr. Susanne Raatz, sowie den beiden Vertretern des Sächsischen Landesparlamentes. Anschließend bemerkte Veit Linder aber auch, dass es immer ein Kraftakt für die Kommunen darstellt, die notwendigen Eigenanteile aufzubringen, um überhaupt in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. An dieser Stelle richtete Bürgermeister Lindner einen Appell an die Vertreter der Politik, dass die Kommunen weitergehende Unterstützungen benötigen, um diesen Eigenanteil bereitzustellen.

Im weiteren Verlauf seiner Rede bezog sich Veit Lindner auf die regionale Wirtschaftslage. Beispielhaft für eine positive Entwicklung stehen für ihn u.a. der Neubau einer Produktionshalle im Gewerbegebiet „Goldene Höhe“ durch die Firma Fahrzeugbau Kunath, die Wiedereröffnung des „Sonnenhofes“ in Ossig und die Investitionen in eine neue Stallanlage durch den Landwirtschaftsbetrieb von Christian Kalbhenn. Der Bürgermeister dankte bei dieser Gelegenheit allen Unternehmern, die im vergangenen Jahr Investitionen durchgeführt haben.

Aber nicht nur den Unternehmern gilt sein Dank. Auch die Grundstückseigentümer, die 2016 in das eigene Grundstück investiert haben, wie z.B. die ehemalige Post, die als zukünftiges Haus der Medizin eine neue Nutzung erfahren wird. Hier sind die Planungs- und Ausschreibungsarbeiten bereits in vollem Gange. Als weiteres Beispiel führte er die jungen Leute an, die das ehemalige AOK Gebäude erworben haben und schon mit den Sanierungsarbeiten begannen.

Veit Lindner gab in diesem Zusammenhang seiner Hoffnung Ausdruck, dass noch weitere Hausbesitzer an den Fassaden ihrer Gebäude Erneuerungsarbeiten durchführen werden, vor allem dort, wo dann auch die Staatsstraße neu saniert vorbeiführen wird.

Bei seinem Ausblick in das kommende Jahr zählte der Bürgermeister u.a. Maßnahmen an vier Brücken in Mahlitzsch und der Brücke an der „Grünen Aue“ auf. In der Kita „Zwergenland“ sollen die Wasserinstallation und die Sanitärräume modernisiert werden. Die Fenster des Rathaussaales werden unter Erhaltung der originalen Bleiglasfenster erneuert. Eines der größten Bauvorhaben im kommenden Jahr könnte die Wiederinstandsetzung des Rückhaltebeckens in Otzdorf sein, sofern die Fördermittel dafür bewilligt werden.

Zu den bevorstehenden Ausbauarbeiten von Glasfaserkabeln durch die Telekommunikationsanbieter äußerte sich Bürgermeister Lindner kritisch. Aus seiner Sicht ist die Verpflichtung der Kommunen, hier eine wirtschaftliche Beteiligung zu erbringen, nicht verständlich, zumal zur Verlegung der Glasfaserkabel einzelne bereits sanierte Fußwegabschnitte wieder aufgerissen werden müssen.

Auch auf das gesellschaftliche Leben in der Stadt blickte der Bürgermeister in seiner Rückschau. So feierte z.B. die FFw Gleisberg ihr 135-jähriges Jubiläum, in Niederstriegis fand das 30. Dorf- und Vereinssportfest statt und die Freunde der Roßweiner Dampfmaschine konnten ihr 10-jähriges Jubiläum begehen.

Neben diesen schönen Anlässen im Roßweiner Vereinsleben sprach Veit Lindner aber auch die traurige Tatsache an, dass sich der Roßweiner Männerchor e.V. zum Jahresbeginn mangels Nachwuchssängern aufgelöst hat. Dabei fand noch im vergangenen Jahr ihr 70-jähriges Chorjubiläum statt.

Allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Vereinen oder aber in sozialen Bereichen, wie z.B. der Kleiderkammer oder der Tafel engagieren, dankte der Bürgermeister ganz besonders. Mit dem Vereins,- dem Blaulicht,- bzw. dem Gärtnerfrühstück und natürlich dem Ehrenamtstag werden die Verdienste all dieser Menschen durch die Stadt Roßwein in den Vordergrund gerückt und gewürdigt.

In seinen weiteren Ausführungen zählte Veit Lindner die Namen der Roßweinerinnen und Roßweiner auf, die mit regionalen und überregionalen Preisen für ihren ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet wurden. Er versäumte es aber auch nicht, all jene anzusprechen, deren Name nicht auf einer Urkunde steht und die trotzdem nicht weniger wichtige Leistungen für das Gemeinwohl erbringen, wie z.B. in kommunalen Ehrenämtern, in der Pflege der Stadtansicht oder in der Feuerwehr. Die Kameradinnen und Kameraden leitsteten in 120 Einsätzen insgesamt 780 Einsatzstunden. Dazu kommen noch die Stunden der Kameraden, die im letzten Jahr den ärztlichen Notfalldienst absicherten und es dabei auf 277 Einsätze brachten.

Einen besonderen Dank sprach der Bürgermeister auch dem Bündnis „Willkommen in Roßwein“ aus. Dessen Wirken schaffte nicht nur die Möglichkeit, Deutschkurse für die Bewohner des Roßweiner Flüchtlingsheimes anzubieten, Kleiderspenden zu verteilen, Abwechslung vom tristen Heimalltag zu schaffen - es sorgte auch dafür, dass „… unsere Stadt nun eben gerade nicht in einem Atemzug mit Städten wie Heidenau, Bautzen, Clausnitz oder Freital genannt“ wird.

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr an alle Anwesenden und mit einem herzlichen Dank an den Schulchor sowie an die Instrumentalgruppe der Roßweiner Oberschule unter der Leitung von Musiklehrer Gerd Mundus und an die Schülerinnen und Schüler der Lernförderschule „Albert Schweitzer“, welche die Getränkeservierung übernahmen, beendete Bürgermeister Lindner seine Rede.

Bevor die Auszeichnungen mit der Roßweiner Ehrenmedaille an diesem Abend vorgenommen wurden, brachte die Instrumentalgruppe der Oberschule Roßwein noch zwei Musikstücke zu Gehör, für die sie, wie der Schulchor schon vor ihnen, viel Applaus ernteten.

Die erste Laudatio an diesem Abend hielt Wolfgang Störr, der stellvertretende Kreisbrandmeister, auf seinen Feuerwehrkameraden Klaus Bernhard. Nachdem er seiner Freude Ausdruck verlieh, dass an dem Abend auch Politprominez anwesend sei, richtete er  direkt den Hinweis an sie „Es fehlt am Geld!“ In launigen Sätzen erzählte Wolfgang Störr, wie er Klaus Bernhard kennenlernte und dass dessen Spitzname „Bagadi“ ihn zuerst verwirrte. Klaus Bernhard ist seit 1977 Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Roßwein und war bis Dezember 2016 insgesamt 25 Jahre lang Wehrleiter dieser Wehr. Der Kreisbrandmeister erinnerte in seiner Laudation an gemeinsam bestandene Herausforderungen, wie die Flutkatastrophen 2002 und 2013 und bescheinigte Klaus Bernhard, dass dieser alle Aufgaben, die sich ihm stellten, meisterte. Bürgemeister Lindner dankte ebenfalls für das gezeigte Engagement und überreichte an Herrn Bernhard die Roßweiner Ehrenmedaille.

Klaus Bernhard dankte für die Auszeichnung und wandte sich seinen Kameraden mit den Worten zu „Ihr habt an mich geglaubt und ich habe an Euch geglaubt!“. Einen Dank sprach er auch an seine Frau aus, die ihm großes Verständnis für sein Ehrenamt entgegenbringt und ihm den Rücken immer freigehalten hat. Schließlich stellte Klaus Bernhard in Aussicht, dass er noch einige Zeit der Feuerwehr in Roßwein erhalten bleibt und endete mit seinem Leitspruch „Stadt und Land – Hand in Hand!“.

An dieser Stelle stand die Interpretation des Liedes „In deiner  kleinen Welt“ von der Instrumentalgruppe der Oberschule auf dem Programm. Bürgermeister Lindner dankte am Schluss des Liedes den Schülern und vor allem Gerd Mundus, der sowohl als Musiklehrer als auch als Chorleiter des Roßweiner Männerchores außerordentlich viel für die Musik in Roßwein getan hat. Nach diesen Worten setzte für Gerd Mundus spontan Szenenapplaus sowohl von den Gästen als auch von seinen Schülern ein.

Bürgermeister Lindner kam nun zu seiner Laudation für Herrn Frank Aigner, den letzten Vereinsvorsitzenden des Roßweiner Männerchores e.V.. Veit Lindner begann bei seinem Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Männerchorgesanges in Roßwein beim ältesten Männergesangsverein Liederkranz. Vor der Wende wurde der Chor durch das Armaturenwerk gefördert und unterstützt und trug so auch den Namen "Armaturenwerkchor".  1992 formierte sich der Chor neu und wechselte in die Form eines gemeinnützigen Vereines, den "Roßweiner Männerchor e.V.".  Im Jahr 1997 übernahm Gerd Mundus seine musikalische Leitung. Die Leitung des Vereines hatte Frank Aigner seit 2004 inne und regelte fortan die Geschäfte des Vereins, seine Auftritte, die Proben, Ausfahrten etc. mit großem Engagement. Insgesamt war er stolze 45 Jahre Chormitglied. Da es dem Verein an nachrückenden jungen Sängern fehlte, fassten seine Mitglieder den Entschluss, den Chor zum Jahresende 2016 aufzulösen. Mit einem herzlichen Dankeschön und Worten des Bedauerns überreichte Veit Lindner die Roßweiner Ehrenmedaille an Herrn Aigner stellvertretend für jedes ehemalige Vereinsmitglied des Roßweiner Männerchores.

In seinen Dankesworten zeigte sich Herr Aigner gerührt von der Laudatio des Bürgermeisters und er nutzte die Gelegenheit, sich bei den Vereinsmitgliedern zu bedanken, die den Chor so lange mitgetragen haben. Der ehemalige Vereinsvorsitzende wies darauf hin, dass seit 1946 insgesamt 45 Sänger in dem Chor gesungen haben und dazu kommen noch die 18 Sänger, die am Ende den Chor ausmachten. Herr Aigner endete mit der Hoffnung, dass sich vielleicht später noch einmal jüngere sangesfreudige Männer zusammenfinden und die Tradition des Männerchorgesanges wiederbeleben.

Mit einem wohlklingenden Ständchen verabschiedete sich der Männerchor von den Roßweinern und der eine oder andere Gast mag wohl für sich gedacht haben - schade, dass es den Chor nun nicht mehr gibt.

 

Zum Ende des offiziellen Teiles brachten die Schülerinnen und Schüler der Lernförderschule für alle Gäste ein Glas Sekt in den großen Saal und Bürgermeister Veit Linder erhob sein Glas und wünschte allen Anwesenden nochmals alles Gute für das kommende Jahr.

Auf die Frage, „Was meinen Sie zur Durchführung des alljährlichen Neujahrsempfanges des Roßweiner Bürgermeisters?“, antworteten folgende Gäste:

Frau Schubert (ehemalige Kinderärztin der Stadt Roßwein erhielt bereits selbst die Roßweiner Ehrenmedaille im Rahmen eines Neujahrsempfanges Anm.d.Red.) findet, dass die Durchführung des Neujahrsempfanges eine gute Gelegenheit ist, das Ehrenamt zu würdigen. Auch begrüßt sie, dass bei der Ausgestaltung der Veranstaltung regionale Möglichkeiten, wie der Schulchor der Roßweiner Oberschule, genutzt und damit gewürdigt werden.

Frau Lomtscher empfindet eine Einladung zum Neujahrsempfang des Bürgermeisters als Ehre und Würdigung. Außerdem erfährt man an einem solchen Abend, was in der Stadt geworden ist und was Vereine leisten.

Pfarrer Dr. Jadatz hält den Neujahrsempfang für eine gute Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen und dies der Roßweiner Bürgerschaft kund zu tun. Damit hat der Empfang eine wichtige Funktion, denn so bleiben viele Informationen nicht nur in Gremien wie dem Stadtrat.

Dr. Englmüller antwortet schmunzelnd, dass er den Eindruck hat, dass die Abstände zwischen den Neujahrsempfängen immer kürzer werden. Grundsätzlich seien die Neujahrsempfänge erfreulich.

Katrin Köhler freut sich darüber, dass der Neujahrsempfang die Menschen zusammenbringt.

Jörg Senf stellt fest, dass es eine gute Möglichkeit ist, das Jahr Revue passieren zu lassen und sich mit dem einen oder anderen zu treffen und neue Projekte anzugehen.

Oliver Rühle findet es gut, dass die Neujahrsempfänge stattfinden. Der offizielle Teil ist seiner Ansicht nach etwas langwierig, allerdings sind die kulturellen Beiträge sehr gelungen. Der Neujahrsempfang ist eine wunderschöne Tradition und sollte unbedingt beibehalten werden. In diesem Rahmen hat man auch die Gelegenheit, mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung unkompliziert in Kontakt zu kommen.

Allgemeinmediziner Clemens Otto ist der Ansicht, dass es angebracht ist, den Menschen, die für die Stadt etwas bewegen, Dankbarkeit in der Öffentlichkeit zu zollen. Würde man dies ausschließlich über die Zeitungen machen, dann ginge es unter. Deshalb ist es gut, dass die Stadt Roßwein diesen Weg dafür wählt.

Frau Vierthaler von der Lernförderschule Roßwein hält den Neujahrsempfang für eine gute Tradition und sieht in ihm eine Würdigung der Bevölkerung durch die Stadt. Auch die Schüler ihrer Schule freuen sich jedes Jahr wieder auf ihren Einsatz zum Neujahrsempfang und melden sich dafür schon freiwillig bei ihren Lehrern.

Frau Bromberger, ebenfalls Lehrerein von der Lernförderschule Roßwein, ist von der tollen Atmosphäre zu diesen Veranstaltungen angetan und freut sich darüber, dass die Beteiligten inzwischen ein gut eingespieltes Team sind.