… so eröffnete Bürgermeister Veit Lindner am 28. 09.2018 den inzwischen 5. Ehrenamtstag.

In seiner Begrüßung unterstrich er, dass ehrenamtliches Engagement nichts ist, was selbstverständlich sei und deshalb auch einer angemessenen Würdigung bedarf. Wie schon zum vergangenen Ehrenamtstag konnten sich die Gäste zu Beginn der Festveranstaltung mit dem auszugsweise vorgetragenen Kabarettprogramm „Wir sehen uns“ auf einen heiteren Abend einstimmen.

Die Kabarettisten Peter Treuner und Jens Eulenberger sowie der Musiker Jörg Leistner waren einigen der Anwesenden bereits bekannt aus dem Academixer-Keller – wo sie zur Stammbesatzung gehören.

Bei den drei Leipzigern ging es an diesem Abend u. a. um Helikoptermütter und die Orientierungsnotwendigkeit an Chinas Entwicklungs- und Expansionsmethoden. Über sich selbst klärten sie das Publikum auch zum Thema „Gutmenschen“ auf, und dass sie selbst wohl unter dieser Krankheit leiden sowie über ihre Opferrolle in der aktuellen „Me too“- Debatte, schließlich bekomme „Mann“ ja schon ein schlechtes Gewissen wenn „Mann Weinstein im Glas hat“…

Mit einem Blumengruß bedankten sich Veit Lindner sowie die amtierende Schulfestkönigin für die gute Unterhaltung und das Publikum bedankte sich mit Applaus.

Im Anschluss an diesen Teil des Festprogramms läutete der Bürgermeister, mit seinen Ausführungen zum ehrenamtlichen Engagement in Roßwein, die Auszeichnungen mit der Roßweiner Ehrenamtstafel ein.

In insgesamt fünf Kategorien wurden in diesem Jahr engagierte Bürger ausgezeichnet.

In der Kategorie „Gute Seele“ wurde Frau Rosmarie Schindler geehrt. Peter Krause hielt die Laudatio auf die aktive Roßweinerin, die schon seit 1960 aktiv im DRK engagiert ist und seit nunmehr zehn Jahren die Kleiderkammer der Stadt betreut. Dieses Angebot wird durch die Roßweiner Bürgerinnen und Bürger auch rege genutzt und Rosmarie Schindler freut sich, wenn sie Kleiderspenden erhält, die in einem ordentlichen Zustand sind. Auch bei dem Angebot der Tafel hilft sie aktiv mit. Die Notwendigkeit beider sozialer Angebote unterstreicht der stellvertretende Bürgermeister Krause in seiner Rede und bedauerte gleichzeitig, dass in einem reichen Land wie Deutschland derartige Angebote überhaupt notwendig sind.

In der Kategorie „Brauchtum“ wurde in diesem Jahr gleich zweimal der Ehrenamtspreis verliehen. Zum einen erhielt der Roßweiner Heimatverein im Rahmen seines 20-jährigen Vereinsjubiläums am 15. September den Preis aus den Händen des Bürgermeisters.

Zum anderen bekam Frau Marie-Luise Peschel diesen Preis. Die Laudatio für Frau Peschel hielt Herr Pfarrer Dr. Heiko Jadatz. Er betonte die Vielfalt ihres Engagements. So gestaltet Frau Peschel nicht nur seit vielen Jahren mit ihren Zeichnungen den Roßweiner Marienbrief der hiesigen Kirchgemeinde mit, sondern sie bereicherte auch das kulturelle Angebot unserer Region durch eigene Ausstellungen z. B. in der Rathausgalerie und dem Senioren- und Pflegeheim „Berta Börner“. Eine Jury wählte auch das von ihr eingereichte Motiv für die Eintrittsplakette des vergangenen Schul- und Heimatfestes aus. Pfarrer Dr. Jadatz ließ es sich auch nicht nehmen, den Ehemann von Frau Peschel, Herrn Roland Peschel, dafür zu danken, dass er seine Frau bei ihrem künstlerischen Wirken immer tatkräftig unterstütze und fügte augenzwinkernd an: „Hinter jeder erfolgreichen Künstlerin steht ein treusorgender Ehemann“.

Ortschaftsratsmitglied Heinz Martin aus Niederstriegis hielt an diesem Abend die dritte Laudatio. In der Kategorie „Meine Stadt“ berichtete er von den vielen national und auch international preisgekrönten Musikwettbewerbsteilnahmen der Grunauer Schwestern Anika und Aline Cyrnik. Er drückte seine große Freude darüber aus, dass die beiden „Mädchen aus unserem Ort“ zum guten Ruf Roßweins beitragen und unsere Stadt auf besondere Weise repräsentieren. Auch er nutzte die Gelegenheit des Ehrenamtstages, der Familie der beiden jungen Akkordeonspielerinnen dafür zu danken, dass sie Anika und Alina die Möglichkeiten boten, sich musikalisch auf dieses Niveau zu entwickeln.

Eine weitere Auszeichnung in der Kategorie „Leben im Dorf“ ging an Herrn Kurt Fischer aus Neuseifersdorf. Hauptamtsleiter Ronny Kienert berichtete über das Engagement des 75-Jährigen besonders zugunsten der Ortsteile Seifersdorf und Neuseifersdorf. Leider konnte Herr Fischer an diesem Abend gesundheitsbedingt nicht anwesend sein und so wünschte Ronny Kienert dem Ausgezeichneten von der Festveranstaltung aus gute Genesung. Die persönliche Übergabe des Preises wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

In der fünften und letzten Kategorie „Soziales Engagement“ erhielten insgesamt 10 Blutspender den Ehrenamtspreis. Laudator für diese Kategorie war Rolf Linke, Vorstandsmitglied des DRK. In seinen Ausführungen betonte Herr Linke die Notwendigkeit des Blutspendens, um Leben zu retten. „Blutspenden ist ein hohes Gut, das es zu bewahren gilt.“ Rolf Linke arbeitete selbst 40 Jahre in der Rettungsmedizin und kennt den großen Bedarf an Blutspenden, allein in der Bundesrepublik sind 15.000 Blutspenden jährlich notwendig. Die 10 Blutspender aus Roßwein haben bisher zwischen 50 und 100 Mal ihr Blut kostenfrei beim DRK gespendet. Herr Linke dankte dafür ausdrücklich Herrn Michael Klöden, Herrn Ronald Hacker, Herrn Siegmar Vogel, Herrn Jens Funke (abwesend), Herrn Jens Pigorsch (abwesend), Frau Bettina Hacker, Herrn Lutz Kreher, Frau Margitta Theißig, Frau Sylvia Funke (abwesend) und Herrn Frank Schumann für ihr großes Engagement.

Am Ende des offiziellen Teils des diesjährigen Ehrenamtsempfanges  nutze Bürgermeister Lindner nochmals die Gelegenheit, allen Ausgezeichneten für ihr Wirken zu danken und er unterstrich dabei, dass es noch so viele Bürgerinnen und Bürger mehr gibt, die sich für das Gemeinwesen auf die unterschiedlichste Art und Weise engagieren und fasste zusammen: „Ohne Sie ist Roßwein nichts – mit Ihnen ist Roßwein alles!“.

Im Anschluss warteten auf die Anwesenden ein Buffet und Getränke. Nach dem zweistündigen Festakt war nun Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei ergaben sich schon erste Kontakte und Ideen in Hinsicht auf das kommende Schul- und Heimatfest – ein Fest, das ohne ehrenamtliches Engagement undenkbar wäre. So signalisierte z. B. Andrea Leonhardt dankenswerter Weise schon ihre Bereitschaft, wieder tatkräftig bei der Umsetzung des Programmpunktes „Wahl der Schulfestkönigin“ mitzuwirken und forderte Umstehende dazu auf, schon jetzt nach geeigneten Kandidatinnen Ausschau zu halten.

Blitzlichter des Abends……….

Glück, Liebe, Gesundheit und Ehrenamt kann man nicht kaufen...