Diese Zeilen schrieb Sabine Ebert in ihrer Mail am 09. März 2020 an die Stadtverwaltung Roßwein. Sie bedankte sich hier für die gute Vorbereitung ihrer Lesung am 06. März 2020 im großen Rathaussaal. Die Stadtverwaltung lud die Schriftstellerin ein, aus ihrem neuen Buch „Schwert und Krone – Herz aus Stein“ zu lesen. Grund für diese Einladung war das 800-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Ernennung Roßweins und die Tatsache, dass Frau Ebert sich wie kaum eine andere Schriftstellerin mit der Gründungs- und Entwicklungsgeschichte des Klosters Altzella und der Bergbauregion Freiberg, deren Ausläufer bis nach Roßwein führten, beschäftigt hat.

Wer an diesem Freitagabend, in einem vollbesetzten Rathaussaal, aber eine Lesung im engeren Sinne erwartete, der hatte sich getäuscht. Die 62-jährige Wahldresdnerin stellte zwar Ihr Buch mit einigen Leseauszügen vor, aber da ihrer Erfahrung nach die Gäste ihrer Veranstaltungen ihre Bücher meist schon gelesen haben, zog sie es vor, über ihre Recherche, ihre Unterstützer und ihre Arbeitsweise zu berichten. Dabei erzählte sie, dass es ein Mythos sei, auf den Kuss der Muse zu warten, da die Herstellung eines Druckwerkes an verbindliche Produktionszeiten gebunden ist. Unterstützung holt sich die Autorin gern bei dem Geschichte- und Mittelalterverein Meißen. Die Mitglieder des Vereins leben die Zeit des 12. Jahrhunderts nach, das heißt, sie kochen Speisen mit den Zutaten, die im 12. Jahrhundert bekannt und vorhanden waren, sie kämpfen nach den Regeln, die ein ehrbarer und ritterlicher Zweikampf gebietet und sie kleiden sich in Gewändern, die nach historischen Vorlagen gefertigt wurden.

Frau Ebert erklärte an diesem Abend auch anhand ihres eigenen Kleides dem Publikum  Details und Fertigungstechniken des Mittelalters. Über ihre Bücher und die Zusammenarbeit mit dem Verlag berichtete sie, dass oft aus eher dekorativen Gründen Motive für die Buchcover bzw. Landkarten verwendet wurden, die nicht mit dem Buchinhalt konform gingen. Um das zu korrigieren, meldete sich ein Wissenschaftler bei Sabine Ebert und bot ihr seine Unterstützung an. Dass eine Leserschaft so empfindsam auf die Darstellung historischer Gegebenheiten ihrer Region reagiert, überraschte die Verlagsmitarbeiter, da dies eher untypisch sei.

Dass das Mittelalter eine Reihe spannender Frauenfiguren aufzuweisen hatte, davon ist die Autorin überzeugt. Leider gibt es von ihnen kaum Aufzeichnungen, so dass sie lediglich Erwähnung finden, wenn Sie sich nicht regelkonform verhielten. Die Bedeutung von Aufzeichnungen lag gewöhnlich in der Dokumentation von Festlegungen zur Sicherung von Ständen, Ländereien, Finanzen und anderen Machtansprüchen. Ein in dieser Zeit bestehender Konflikt zwischen dem Papst und dem König bietet ihren Geschichten auch viel Stoff. Sabine Ebert erzählte darüber einige Anekdoten so wie auch die von dem Steigbügel, den Kaiser Barbarossa dem Papst Hadrian „aus Unkenntnis“ auf der falschen Seite hielt, so dass dieser ihm den Friedenskuss verweigerte. Die Zuschauer lauschten aufmerksam und gelegentlich amüsiert diesen Ausführungen. Einige richteten auch Fragen an Frau Ebert, die diese bereitwillig beantwortete.

Dass Frau Ebert sehr nah bei den Menschen ist, die sich für Ihr Werk interessieren, zeigte sich von der ersten Minute an. Schon bevor die Lesung begann, nutzte sie die Zeit und signierte ihre Bücher. Auch in der Pause und nach der Veranstaltung stand sie dafür zur Verfügung.

Mit viel Beifall verabschiedeten sich die BesucherInnen an diesem Abend von Sabine Ebert und dankten ihr auf diese Weise, dass sie die Einladung der Stadt Roßwein angenommen hatte.

Übrigens war diese Veranstaltung die erste tolle Geschichte, die immer in den Schulfestjahren geschrieben werden. Viele unterschiedliche Menschen tragen gemeinsam dazu bei, dass etwas Gutes für die Stadt gelingt. Ute Lomtscher von der Christlichen Buchhandlung bat ihren Mann Frieder Lomtscher nach der Arbeit die Schriftstellerin von Dresden mit nach Roßwein zu bringen. KollegInnen der Stadtverwaltung betreuten die Veranstaltung selbst, angefangen von der Dekoration, über die Technik bis hin zum Weinverkauf und ein Kollege vom Stadtbaubetriebshof brachte die Autorin am Abend noch nach Hause nach Dresden. Danke an alle Beteiligten!