In den zurückliegenden Tagen war geschäftiges Treiben am Roßweiner Bahnhof zu erleben. Dabei fiel manch aufmerksamen Besucher bereits in der zurückliegenden Woche (Ende August) auf, dass sich am alten Verladebahnhof Veränderungen abzeichneten und Tag für Tag die Gleisanlage einer abgesperrten Grenzanlage glich. Seit Mittwoch, d. 02. September 2020, wurde nun das Roßweiner Bahnhofsgelände in einem Film zum Mittelpunkt deutsch-deutscher Geschichte. Wie zu erfahren war, plant die ARD einen Film zum Mauerbau 1961, welcher gegenwärtig den Arbeitstitel „Die letzten dreieinhalb Stunden“ trägt. Am 60. Jahrestag des Mauerbaus soll der unter anderem in Roßwein abgedrehte Film dann im ARD-Fernsehen laufen. Mit den in Roßwein errichteten Kulissen bzw. Requisiten soll die Zeit der 1960er Jahre, speziell der 13. August 1961, nachgespielt werden. Dreieinhalb Stunden dauert die Fahrt des Interzonenzuges B 151 München-Ost-Berlin bis nach Ludwigsstadt, dem letzten bundesdeutschen Bahnhof vor der innerdeutschen Grenze. Genau so viel Zeit haben quasi die ostdeutschen Passagiere, um die Entscheidung ihres Lebens zu treffen – im Zug sitzenzubleiben oder in den Osten zurückzufahren. Damals hatten kurz nach der Abfahrt in München Gerüchte die Runde gemacht, dass die DDR eine Mauer bauen und die innerdeutschen Grenzen für immer schließen will. Da die Gleisanlagen um Roßwein in der Vergangenheit stillgelegt wurden und gelegentlich noch Tankzüge die Bahnanlage nutzen, waren sie offenbar eine günstige Voraussetzung dafür, dass die Wahl des Drehortes auf das Roßweiner Bahnhofsgelände fiel. Bereits in der vorangegangenen Woche wurden in Nossen Teile des Filmes gedreht und sorgten so im Vorfeld schon für eine gewisse Neugier in Roßwein. In einer der Hauptrollen wird man am 31. August 2021 die Schauspielerin Luisa-Céline Gaffron sehen können, welche unter anderem im Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ mitspielte. Ende der Woche zog das Filmteam dann weiter nach Görlitz, um am dortigen Bahnhof weitere Szenen für den Film zu drehen.