Dorothea und Curt Amsel feierten am 12. November 2020 ihre Eiserne Hochzeit. Seit 65 Jahren verstehen sich die beiden rüstigen Senioren als Team und sehen im Geheimnis ihres langen gemeinsamen Lebensweges das gute Verständnis füreinander. Curt sowie Dorothea Amsel wurden beide in Schlesien geboren. Mit seiner Mutter flüchtete Curt Amsel 1947 im Alter von 13 Jahren nach Roßwein und wurde zunächst im Saal der Lindenhofgaststätte einquartiert. Kurze Zeit darauf zog man zu fünft in die ehemalige Schule des Schmiedewerkes in ein 12 Quadratmeter großes Zimmer und musste, trotz Enge, gut mit allen anderen Bewohnern zurechtkommen. Seine Frau Dorothea flüchtete mit neun Jahren gemeinsam mit ihrer Oma, die Mutti war bereits an einer Krankheit verstorben, 1946 zunächst nach Dresden. Dort erlebte sie dann den Bombenangriff und wurde im tiefen Wintermonat Februar in einem offenen Viehwagen per Bahn nach Roßwein verlegt. Wie Curt Amsel berichtete, traf er seine Frau zum ersten Mal bei einem Spaziergang auf der Gerbergasse und lernte sie bei Tanzveranstaltungen im Gasthof Haßlau näher kennen. Zuvor zog Curt Amsel mit seiner Mutter, Bruder und Vater waren leider im Krieg geblieben, von dem Übergangsquartier in der Schmiedewerkschule 1950 dann in die Gaststätte „Feldschlößchen“ – die heutige Förderschule.

Die Hochzeit von Dorothea und Curt am 12. November 1955 war klassisch. Standesamtlich heiratete man im Rathaus und anschließend wurden sie von Pfarrer Feige kirchlich getraut. Die Feier fand im engsten Familienkreis in der Wohnung im „Feldschlößchen“ statt. Später zog die junge Familie dann auf die Döbelner Straße 61 und 1998 auf die Straße der Einheit. Dorothea Amsel schenkte ihrem Mann drei Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, woraus bis heute eine Enkeltochter erwachsen ist, welche aufgrund ihres Medienstudiums mittlerweile leider in Hamburg wohnt. Curt Amsel arbeitete nach der Flucht 1947 zunächst in der Landwirtschaft bei Bauer Wetzig in Seifersdorf. Später nahm er eine Anstellung in der Metallverarbeitung von Hugo Sohr auf der Querstraße auf und zog nach der Umfirmierung in die Morgenstern GmbH & Co.KG, die im Volksmund genannte „Glasschleife“ in die Döbelner Straße 70, um. 1992 ging Curt Amsel in Rente. Frau Dorothea arbeitete hingegen zunächst in der Tuchmacherinnung Krondorf & Metzler als Weberin, später in der Jugendmode und bis zum Renteneintritt 1995 dann in der Terra-Schuh. Bis 1998 bewirtschaftete Familie Amsel eine Gartenparzelle auf der Döbelner Straße, welche sie dann, aufgrund der neuen Wohnung im Neubaugebiet, nach 48 Jahren aufgab. Wie Curt Amsel erwähnte, war die Gartenarbeit ihr gemeinsames großes Hobby. Gern waren sie auch verreist, vor allem nach Thüringen oder auf die Insel Pöhl. Der Urlaub auf der Insel Pöhl hatte der Familie immer viel Freude bereitet, wo sie gemeinsam mit ihren Kindern Paddelbootfahren, Schwimmen oder Federballspielen konnten.

Im Rückblick resümiert das eiserne Hochzeitspaar eine große Zufriedenheit, und Dorothea Amsel legt nach, dass sie sich nie über das Leben beklagen konnten und beklagt haben.

Wir wünschen dem Jubelpaar auch auf diesem Weg alles Gute, Gesundheit und noch einen langen gemeinsamen Lebensweg.